
Kanada 2025 • Tag 4 •
Biken und Wasserfälle
in Squamish
Reisedatum 12.07.2025
Heute hatten wir recht lange geschlafen und frühstückten in aller Ruhe. Für mich stand das erste Mal Biken in Kanada an, und nach dem Frühstück fuhren wir zu unseren Freunden, da ich von ihnen ein Bike ausleihen konnte. Wir mussten noch einiges einstellen und die Pedale wechseln, doch dann konnte es endlich losgehen. Zusammen mit den anderen shuttelten wir ins Diamond-Head-Gebiet, denn hier gab es viele angelegte Trails für Anfänger bis Könner.
Vom Parkplatz aus führte zunächst eine Forststraße ordentlich den Berg hinauf. Von einem Aussichtspunkt hatte man einen herrlichen Blick auf Squamish und die umliegenden Berge. Da ich heute ohne mein geliebtes E-Bike unterwegs war, hatte ich mit der Auffahrt zum Schluss ganz schön zu kämpfen, denn der Weg war richtig steil. Wie liebe ich doch mein E-Bike!
Oben angekommen nahmen wir als Erstes den Half Nelson Trail, den ich zuvor im Internet entdeckt hatte. Für mich war er perfekt: angenehm zu fahren, flüssig und ohne große Steine oder Wurzeln. Die Anliegerkurven und Sprünge waren alle rollbar und somit auch für Einsteiger gut geeignet. Unten am Parkplatz gönnte ich mir eine kleine Pause, bevor es noch einmal über den Forstweg bergauf ging – diesmal allerdings nicht ganz so weit nach oben. Von dort fuhren wir den Pseudo-Tsuga Trail, der auch als Klassiker in Squamish gilt. Auch dieser war sehr schön angelegt, jedoch etwas anspruchsvoller für mich. Wurzeln, Steine, kleine Drops und enge Kurven sorgten für Abwechslung. Trotzdem machte es großen Spaß, auch wenn ich das ein oder andere Mal geflucht hatte. Am Ende des Trails rollten wir nach Squamish zurück, wo wir uns in einer Eisdiele ein leckeres Eis gönnten.

Wieder in der Unterkunft duschten wir erst einmal und wuschen unsere Wäsche. Nachdem alles erledigt war, fuhren wir mit dem Auto zu den Shannon Falls im gleichnamigen Provincial Park. Der Park lag nur zwei Kilometer südlich von Squamish direkt am Sea-to-Sky-Highway. Hauptattraktion waren die Shannon Falls, die mit 335 Metern immerhin die dritthöchsten Wasserfälle British Columbias sind. Am spektakulärsten sind die Wasserfälle im Frühsommer (Mai–Juli), wenn die Schneeschmelze in den Coast Mountains besonders viel Wasser führte. Im Spätsommer (August–September) lässt die Wassermenge zwar nach, aber der Wasserfall ist immer noch beeindruckend anzusehen. Leider kann man ihn nicht in seiner gesamten Länge sehen, da der Shannon Creek in mehreren Stufen in die Tiefe stürzt. Der Hauptfall hat jedoch eine Höhe von 198 Metern.
Am Parkplatz war extrem viel los – kein Wunder, denn die Wasserfälle waren bequem zu erreichen. Ein gut angelegter Weg brachte uns in fünf Minuten zur Aussichtsplattform, von der aus wir den Wasserfall gut betrachten konnten. Hier blieben wir eine Weile, machten Fotos und gingen dann über ein paar Stufen hinauf zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt. Nachdem wir genug gesehen hatten, ging es wieder zurück zum Auto, denn wir wollten noch zu den Mamquam Falls fahren.
Zuerst fuhren wir zurück nach Squamish und anschließend über die Mamquam River Forest Service Road auf die Powerhouse Springs Road. Die letzten Kilometer bis zum Parkplatz waren nicht asphaltiert und wir mussten langsam fahren. Von dort führte ein Weg durch den Wald hinunter zum Mamquam River. Unten angekommen konnte man größtenteils direkt am Fluss entlang bis zu den Mamquam Falls laufen. Dort stürzte das Wasser rund 19 Meter über eine Felswand in eine türkisfarbene Schlucht. Besonders faszinierend war die blaue Farbe des Wassers, die durch Mineralien und Lichtreflexionen entstand. Nachdem ich wieder zahlreiche Bilder gemacht hatte, ging es denselben Weg zurück.
Wir hatten Glück, denn ab August kann man die Wasserfälle anscheinend nicht mehr kostenlos besichtigen. Es wurde eine Plaza und ein angelegter Weg bis zum Wasserfall gebaut. Schade – ich finde es immer schöner, wenn man nicht ganz so leicht an eine Attraktion gelangt und keinen Eintritt zahlen muss.
Zurück in Squamish kauften wir noch ein paar Lebensmittel für unser Abendessen ein. Am Abend kochten wir gemütlich und saßen danach noch draußen im Garten, wo wir das schöne Wetter genossen.










