
Kanada 2025 • Tag 5 •
Stawamus Chief –
Wanderung mit Aussicht über Squamish
Reisedatum 13.07.2025
Heute stand eine Wanderung auf den Stawamus Chief an. Wer auf dem Sea-to-Sky Highway unterwegs ist, kann ihn nicht übersehen, denn der gewaltige Fels scheint direkt aus dem Boden gewachsen zu sein. Der Chief, wie er von den Einheimischen liebevoll genannt wird, ist nicht nur ein Wahrzeichen von Squamish, sondern zählt mit einer Höhe von 702 Metern über dem Meeresspiegel und seiner massiven Präsenz zu den größten freistehenden Granitmonolithen der Welt (der größte ist der El Capitan im Yosemite National Park) – und definitiv zu den imposantesten in Nordamerika. Geformt wurde er über Jahrmillionen durch vulkanische Aktivitäten, Gletscher und Erosion und es entstand hier eine gewaltige Granitwand, die bei Kletterern weltweit bekannt ist. Von hier startet auch eine der beliebtesten Wanderungen auf die drei verschiedenen Gipfel, die alle vom Hauptweg des Chiefs erreichbar sind.
Vom Parkplatz führte der Weg zunächst durch einen schön angelegten Campingplatz, bevor es über hunderte hohe Holz- und Felsstufen steil nach oben ging. Schon hier kamen wir ordentlich ins Schwitzen, aber man konnte ja immer mal wieder eine Pause einlegen. Gefühlt hörten die Stufen gar nicht auf, doch bald hatten wir die ersten 200 Höhenmeter geschafft. Danach führte der Weg durch einen dichten Wald, wo alles voller Moos war und es war eine tolle Atmosphäre. Wir machten immer wieder eine kurze Verschnaufpause, denn der Aufstieg war wirklich steil.

An einer Gabelung entschieden wir uns nicht wie die meisten Wanderer für den First/Second-Peak-Trail, sondern nahmen den Third-Peak-Trail. Hier wurden wir schon einmal vorgewarnt, dass der Weg nicht ausgebaut und schlecht markiert sei. Kein Problem, als erfahrene Wanderer trauten wir uns das zu. Ab hier wurde es dann steil und wild, doch genau das machte den Reiz aus. Teilweise waren wir komplett allein unterwegs, da die wenigsten diesen Trail wählten. Schließlich erreichten wir einen offenen Granitrücken, auf dem man mehr oder weniger in direkter Linie zum Gipfel hinaufsteigen musste. Hier lernte man, seinen Schuhen zu vertrauen – und dass man doch irgendwie alles bewältigen konnte.

Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Howe Sound und die umliegenden Berge belohnt. Von hier aus konnten wir auch die Wanderer auf dem First und Second Peak sehen. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen für ein kleines Picknick und genossen unsere mitgebrachten Wraps.
Nach der Pause stiegen wir ein Stück vom Third Peak ab und folgten den Schildern in Richtung Second Peak. Der Verbindungsweg war steil und felsig, aber gut markiert. An manchen Stellen waren Seile und Metallbügel installiert, um über die glatten Granitflächen hinweg zu helfen. Es gab noch kleinere und größere Klettereinlagen, die jedoch problemlos zu meistern waren. Oben auf dem Second Peak war dann deutlich mehr los. Hier gab es zahlreiche Aussichtspunkte und wir waren begeistert von der Aussicht auf den Howe Sound, Squamish und die Gipfel des Garibaldi Provincial Parks. Wir liefen dort eine ganze Weile umher, machten unzählige Fotos und genossen einfach den herrlichen Ausblick.

Eigentlich wollten wir auch noch zum First Peak. Für die Abkürzung waren Eisentritte in den Felsen geschlagen, über die man senkrecht hinaufklettern musste. Das war mir dann doch zu riskant. Der normale Weg hätte uns zunächst ein Stück hinunter und dann wieder rund 150 Höhenmeter hinaufgeführt. Da uns das zu viel war und die Aussicht vom First Peak ohnehin dieselbe gewesen wäre wie vom Second Peak, entschieden wir uns für den Rückweg. An der Abzweigung, wo wir zuvor zum Third Peak abgebogen waren, trafen sich die Wege wieder. Nun folgte der lange Abstieg über all die Holz- und Felsstufen, die wir uns vorher so mühsam hinaufgekämpft hatten. Auch bergab war es anstrengend, aber wir haben es geschafft und waren froh, als wir am Parkplatz waren.
Lohnt sich die kurze, aber sehr steile Wanderung? Definitiv! Auch wenn wir den ersten Gipfel ausgelassen hatten, war die Tour ein echtes Erlebnis. Gute Wanderschuhe, ausreichend Wasser und eine gewisse Grundkondition solltet ihr schon mitbringen. Teilweise helfen Leitern und Ketten über steile Passagen hinweg, aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier dennoch erforderlich. Für die 6 Kilometer mit rund 700 Höhenmetern benötigten wir inklusive Pausen etwa 5 Stunden.
Weitere Informationen zum Stawamus Chief Provincial Park findest du hier.
Wenn du dich für die Wanderung auf den Stawamus Chief interessierst, schau am besten auf der Tourism-Website von Squamish vorbei – dort gibt es eine ausführliche Beschreibung der Wanderung und aktuelle Hinweise.
Im Anschluss fuhren wir direkt zur Unterkunft zurück und gegen später ging es noch in den Supermarkt, um alles für das Abendessen einzukaufen. Am Abend wurde dann wieder gemütlich gekocht, und wir ließen den Tag entspannt im Garten ausklingen.












