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Schneebedeckte Gipfel und weite Hänge rund um Whistler – beeindruckende Fernsicht bei klarer Luft.

Kanada 2025 • Tag 7 • 
Wandern in Whistler


Reisedatum 15.07.2025

Wir hatten heute wieder strahlenden Sonnenschein und frühstückten gemütlich draußen vor unserem Hostel. Da wir nach Whistler fahren wollten, packten wir alles fürs Biken für Tom und fürs Wandern für mich zusammen. Zuerst ging es aber noch nach Squamish in den Telefonshop, da meine gekaufte SIM-Karte nicht richtig funktionierte. Das Problem war jedoch größer als gedacht, und ich musste am nächsten Tag noch einmal vorbeikommen.

Von Squamish aus nahmen wir dann den Sea-to-Sky Highway in Richtung Whistler. Schon kurz hinter dem Ort hatten wir beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und den Daisy Lake, an dem wir vorbei fuhren. Die Straße schraubte sich langsam, aber stetig den Berg hinauf, und mir gefiel die Fahrt sehr gut. Nach etwa 45 Minuten hatten wir Whistler erreicht.

Whistler – Outdoor-Paradies in den Coast Mountains

 

Whistler liegt rund 115 Kilometer nördlich von Vancouver, mitten in den Coast Mountains. Der Ort ist das perfekte Ziel für alle, die draußen aktiv sein wollen – und das zu jeder Jahreszeit. Berühmt wurde Whistler durch das riesige Skigebiet Whistler Blackcomb, das zu den besten in ganz Nordamerika zählt. 2010 war die Region sogar Austragungsort vieler olympischer Winterwettkämpfe.

Whistler ist nicht nur im Winter ein Highlight – im Sommer verwandelt sich die Region in ein wahres Outdoor-Paradies mit unzähligen Wanderwegen und spektakulären Mountainbike-Strecken.

Um die Berge zu erreichen, gibt es zwei Gondeln:

  • Die Whistler Village Gondola startet direkt im Whistler Village und fährt hinauf zum Whistler Mountain bis zur „Roundhouse Lodge“.

  • Die Blackcomb Gondola liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Whistler Village entfernt und bringt dich auf den Blackcomb Mountain.

Ein absolutes Highlight in Whistler ist die PEAK 2 PEAK Gondola, die Whistler Mountain mit Blackcomb Mountain verbindet. Hier schwebt man von Berg zu Berg und genießt dabei spektakuläre Ausblicke auf die Coast Mountains.

Wir haben uns vor der Reise auf der offiziellen Seite von Whistler und auf der Seite von Whistler Blackcomb inspirieren lassen. Dort findest du viele nützliche Infos und Highlights.

Im Ort gab es mehrere große Parkplätze, von denen man zu Fuß die Gondeln und das Zentrum erreichen konnte. Meine Befürchtung, dass wegen der Hochsaison alles belegt war, bestätigte sich nicht, und wir fanden problemlos einen Platz. Wir packten alles und liefen zum Infocenter im Village: Tom holte sich ein Ticket für den Bikepark, während ich mir das Summer Alpine Experience Ticket kaufte. Damit hatte ich Zugang zur Whistler Village Gondola, der Blackcomb Gondola, der PEAK 2 PEAK Gondola sowie zur Cloudraker Skybridge mit dem Raven’s Eye Cliff Walk. Mit 105 CAD war das Ticket zwar ziemlich teuer, aber ich bereute es am Ende nicht.

Während Tom sich auf dem Weg zum Bikepark an der Whistler Village Gondola machte, lief ich zur Blackcomb Gondola. Dort holte ich mir zunächst eine Übersichtskarte, auf der alle Wanderungen auf beiden Seiten eingezeichnet und sehr gut beschrieben waren. Die Fahrt dauerte knapp zwölf Minuten, und unterwegs hatte man schon tolle Ausblicke auf Whistler und die umliegenden Berge. Auf dem Blackcomb Mountain angekommen, machte ich erst einmal viele Fotos, denn die Aussicht war wirklich großartig.

Von der Gondelstation starteten mehrere Wanderwege, und ich entschied mich zunächst für den Alpine Loop bis zum Fitzsimmons Lookout. Der Weg war gut ausgebaut und leicht zu laufen, mit nur wenigen Höhenmetern. Vom Lookout hatte man einen spektakulären Blick über das Tal und die Bergwelt ringsum. An der Abzweigung lief ich dann noch auf dem Overlord Trail weiter, der ebenfalls schön angelegt war und leicht bergauf und bergab führte. Zwischendurch gab es aber auch kurze, steilere Passagen. Links und rechts blühten Wildblumen in voller Pracht und hin und wieder hörte ich ein Murmeltier pfeifen. Gesehen habe ich leider keines, weil sie doch sehr scheu sind und sofort in ihren Bau verschwinden, wenn Gefahr droht.

Da ich nicht den kompletten Overlord Trail laufen wollte, entschied ich mich bei der nächsten Abzweigung den Lakeside Loop zu laufen. Der Trail war stellenweise sehr schmal, aber es gab keine schwierigen Abschnitte und es war gut zu laufen. Hier kam ich am Blackcomb Lake vorbei, einem kleinen, idyllischen See vor einer beeindruckenden Felskulisse.

Zurück ging es dann über einen etwas anspruchsvolleren Weg mit losen Steinen und vier oder fünf Bachüberquerungen, die aber keine große Herausforderung waren. Wieder auf dem Overlord Trail angekommen, folgte ich demselben Weg zurück zur Gondelstation. Die Wanderung war richtig schön, und durch die vielen Hinweisschilder an den Abzweigungen konnte man sich kaum verlaufen. Nach rund zwei Stunden war ich zurück, machte eine Pause und aß etwas.

Ein absolutes Highlight hier in Whistler war die PEAK 2 PEAK Gondola, die ich unbedingt fahren wollte. Mit 4,4 Kilometern Länge hält sie gleich mehrere Weltrekorde – unter anderem für die längste freitragende Seilbahnstrecke der Welt und für die größte Höhe über dem Talboden. In elf Minuten schwebte ich von Berg zu Berg und hatte dabei einen wahnsinnigen 360-Grad-Ausblick auf die Berge rund um Whistler. Wer wollte, konnte sogar mit einer Gondel mit Glasboden fahren, die den Blick direkt in die Tiefe freigab. Dafür musste man sich aber separat anstellen, und das dauerte mir zu lange.

Auf der anderen Seite am Whistler Mountain angekommen, war mein nächstes Ziel die Cloudraker Skybridge und der Raven’s Eye Cliff Walk. Über die Peak Express Traverse, einen kurzen, aber steilen Weg nach unten, ging es zum Sessellift und weiter nach oben. Die Cloudraker Skybridge ist eine 130 Meter lange Hängebrücke, und am Ende befand sich das Raven’s Eye, eine phänomenale Aussichtsplattform. Ich mag solche Hängebrücken und bin natürlich darüber gelaufen. Ich war überrascht, wie wackelig es auf der Brücke war, aber so etwas macht mir nichts aus. Der ein oder andere hatte hier allerdings sichtlich Probleme.

Auf der anderen Seite der Brücke kam man dann noch zur freitragenden Plattform, die 12,5 Meter über die Felsen hinausragte. Von hier und von der Brücke hatte ich einen 360-Grad-Blick auf Whistler, die Seen und die umliegenden Berge. Ich hätte ewig hier oben stehen können und machte viel zu viele Bilder vom gleichen Standort, aber es war einfach so schön.

Zurück konnte man entweder wieder über die Brücke oder über einen angelegten Weg zum Sessellift laufen. Für mich ging es mit dem Sessellift nach unten und über die Traverse zurück zur Gondelstation.

Leider reichte die Zeit nicht mehr für eine weitere kleine Wanderung, denn die Gondeln fuhr um 17:00 Uhr das letzte Mal. Also fuhr ich mit der Whistler Village Gondola ins Tal, wo ich mich mit Tom treffen wollte. Ich musste nicht lange warten, dann war er vom Biken zurück. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und liefen anschließend durch das Village. In der Fußgängerzone reihten sich Geschäfte mit Skikleidung, Andenken, Schuhen, Edelmarken, Restaurants und Eisläden aneinander. Wir schlenderten gemütlich hindurch, schauten in einige Läden und fuhren dann zurück nach Squamish. Dort machten wir uns frisch, aßen eine Kleinigkeit zu Abend und packten schon die ersten Sachen – denn morgen geben wir das Auto zurück und holen unseren Camper.

Whistler hat mich richtig fasziniert. Ich wäre gerne noch ein paar Tage länger geblieben, da es so viele schöne Wanderungen gab, die ich noch gerne gemacht hätte. Da Hochsaison war, war es an den Gondeln und im Village natürlich sehr voll. Auf den einfachen Wegen traf man viele Wanderer, aber je weiter man lief, desto ruhiger wurde es.

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