
Kanada 2025 • Tag 13 •
Die schönsten Wasserfälle
im Wells Gray Provincial Park
Reisedatum 21.07.2025
Wells Gray Provincial Park – Land der Wasserfälle
Das Highlight in Clearwater ist der unmittelbar angrenzende Wells Gray Provincial Park. Die Entdeckung der Helmcken Falls im Jahr 1913 führte zu verstärktem Druck auf die Provinzregierung, das Gebiet unter Schutz zu stellen. Der Park wurde schließlich 1939 gegründet und nach Arthur Wellesley Gray benannt, der als Minister gemeinsam mit Ernest C. Manning maßgeblich an der Einrichtung von Schutzgebieten beteiligt war.
Mit einer Fläche von rund 810.000 Hektar, einschließlich angrenzender Schutzgebiete, ist der Wells Gray Provincial Park der viertgrößte Provincial Park in British Columbia. Er umfasst 41 Wasserfälle, alpine Wildnis vulkanischen Ursprungs sowie vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tierarten.
Von Clearwater aus führt eine etwa 70 Kilometer lange Straße in den Park. Sie ist bis zu den Helmcken Falls asphaltiert und geht anschließend in eine gut befahrbare Schotterstraße über, die bis zum Clearwater Lake führt. Nur etwa 20 % der Gesamtfläche sind durch diese Straße erschlossen, um Flora und Fauna weitgehend zu schützen.
Wenn ihr den Wells Gray Provincial Park besucht möchtet, plant am besten zwei bis drei Tagen ein. Man kann hier unzählige tolle Dinge unternehmen. Wir selbst hatten leider nur einen Tag und haben uns die größten und bekanntesten Wasserfälle angeschaut. Beim nächsten Mal würde ich auf jeden Fall mehr Zeit einplanen – und vielleicht direkt am Clearwater Lake übernachten, um die Gegend noch intensiver zu erleben.
Ein Tipp: Lade dir unbedingt vorher Kartenmaterial herunter, denn im Park gibt es so gut wie kein Netz. Außerdem lohnt es sich, vorab auf der offiziellen Website nachzuschauen, ob es aktuelle Hinweise oder Einschränkungen gibt. Informationen findet ihr auf der offiziellen Hompepage des Parks oder bei Parks Canada.
Wir hatten heute strahlenden Sonnenschein und nach dem Frühstück fuhren wir in den Wells Gray Provincial Park. Zuerst hielten wir noch am wirklich schönen Visitor Centre an, das direkt hinter dem Abzweig der Stichstraße in den Park lag. Dort holten wir uns eine Karte der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, und dann begann unser kostenloser Besuch des Parks.
Als Erstes steuerten wir die Helmcken Falls an, das Wahrzeichen des Wells Gray Provincial Parks. Auf dem Weg dorthin überquerten wir eine kleine, schmale Brücke, die sich über den Murtle River spannte. Wir hielten kurz an und machten ein paar Bilder vom Wasserfall. Anschließend folgten wir der Straße weiter, und bevor die unbefestigte Straße zum Clearwater Lake begann, bogen wir links auf eine 4 km lange Stichstraße ab, die uns zum Parkplatz brachte. Von dort aus führte ein kurzer Fußweg direkt zu einer Aussichtsplattform, von der aus wir einen spektakulären Blick auf den Wasserfall hatten. Der Murtle River stürzte hier vom Murtle Plateau 141 Meter in die Tiefe.
Das Spektakel konnte man von der Plattform oder von mehreren Aussichtspunkten entlang der Felskante beobachten. Es war beeindruckend zu sehen, welch enorme Wassermassen in die Tiefe stürzten und dabei einen regelrechten Sprühregen erzeugten. Dadurch entstand wohl auch über Jahrhunderte hinweg die große Aushöhlung, die sich im Felsen gebildet hatte. Im Canyon konnte man viele unterschiedliche Gesteinsschichten erkennen, und ich fand es toll zu sehen, wo sich Pflanzen und Bäume im Fels angesiedelt hatten. Der Wasserfall war wirklich beeindruckend.

Nachdem wir von den verschiedenen Aussichtspunkten genug gesehen hatten, ging es zurück zum Camper und weiter zum Parkplatz der Dawson Falls. Über einen etwa zehnminütigen Spazierweg erreichten wir die Wasserfälle, einen weiteren von sieben Fällen des Murtle Rivers. Der Dawson Falls zeichnete sich nicht durch seine Höhe von 18 Metern, sondern durch seine Breite von 91 Metern aus und wird deshalb auch „Little Niagara Falls“ genannt.

Nachdem ich auch hier unzählige Fotos gemacht hatte, liefen wir zurück zum Camper und fuhren ein Stück weiter zu einem anderen Parkplatz, von wo aus wir den Helmcken Falls Rim Trail wandern wollten. Der 8 Kilometer lange Hin- und Rückweg führte uns wunderschön durch den Wald und immer am Murtle River entlang. Der Weg war stellenweise von Wurzeln durchzogen und es gab nur leichte, kaum spürbare Höhenunterschiede. Insgesamt ließ er sich gut laufen und nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir den Endpunkt. Von dort hatten wir einen fantastischen Blick auf die Helmcken Falls – diesmal von der anderen Seite, mit einer völlig neuen Perspektive, aber genauso beeindruckend! Am Aussichtspunkt musste man allerdings vorsichtig sein, da es dort kein Geländer gab und man sich für ein gutes Foto etwas nach vorne lehnen musste. Wir hatten Glück, denn inzwischen war es später Nachmittag, und die Sonne zauberte wunderschöne Regenbögen in die Gischt des Wasserfalls. Nach einer kleinen Pause, wo wir uns unser mitgebrachtes Essen schmecken ließen, ging es auf demselben Weg zurück zum Camper. Für die 8 Kilometer waren wir insgesamt etwa drei Stunden unterwegs.

Danach fuhren wir ein Stück in Richtung Parkausgang und hielten bei den beeindruckenden Moul Falls, Wasserfall Nummer drei für heute. Der Parkplatz lag direkt an der Straße, und hier begann die kurze Wanderung von 3 Kilometern (einfach) durch den Wald. Die ersten 2 Kilometer ging es auf einem recht breiten Wanderweg, bevor man an eine Abzweigung kam, wo der letzte Kilometer auf einem schmaleren Pfad bis zum Wasserfall führte. Zuerst standen wir oben am Aussichtspunkt und konnten den Wasserfall von oben bewundern, bevor ein teils steiler, schmaler Weg weiter nach unten führte. Der letzte Abschnitt war über eine Treppe gesichert, aber die Stufen und Steine waren ziemlich rutschig und man musste wirklich gut aufpassen. Bis ganz hinunter sind wir nicht gegangen und uns reichten die Ausblicke von der Hälfte völlig aus. Je näher man dem Wasserfall kam, desto nasser wurde man sowieso. Das Highlight aber war, dass man sich sogar hinter den Wasserfall stellen konnte. Ähnlich wie bei den Helmcken Falls hatte das Wasser hier eine große Höhle geformt. Allerdings wäre man komplett nass geworden, und so schauten wir lieber den Mutigen zu. Nach einigen Bildern und einer kurzen Pause ging es wieder zurück zum Camper.
Der letzte Stopp unserer Route durch den Wells Gray Provincial Park waren die Spahats Falls. Der Name „Spahats“ bedeutet in der Sprache der kanadischen First Nations „Bär“, weshalb die Fälle auch als „Bear Creek Falls“ bekannt sind. Sie verkörpern die Größe und Stärke der Natur – ähnlich wie ein Bär. Die Abfahrt hätten wir fast übersehen und über eine kurze Gravel Road ging es direkt zum Parkplatz. Von dort liefen wir dann einen kurzen Weg zu einer Aussichtsplattform. Hier hatte man einen hervorragenden Blick auf den Wasserfall, der zwar nicht so tosend war wie die Helmcken Falls, aber sehr sehenswert – wie er aus dem Gestein hervorkam und dann 75 Meter in die Tiefe stürzte.

Mein Fazit zum Wells Gray Provincial Park:
Ein Wasserfall ist hier schöner als der andere – nehmt euch unbedingt die Zeit, sie anzuschauen. Besonders empfehlenswert ist der Rim Trail zu den Helmcken Falls, der sich wirklich lohnt. Das Schöne ist, dass jeder Wasserfall seinen ganz eigenen Charakter hat und anders aussieht, sodass keine Langeweile aufkommt.
Zurück am Camper fuhren wir direkt zum Campground. Dort kochten wir unser Abendessen und verbrachten den Abend gemütlich. Gegen später zog ein Gewitter auf, und wir setzten uns in den Camper und lasen dort weiter.



















