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Blick von der Golden Skybridge über bewaldete Schlucht auf weites Tal und Bergkette in den kanadischen Rocky Mountains

Kanada 2025 • Tag 24 • 
Golden Skybridge und   

Weiterfahrt nach Kamloops


Reisedatum 01.08.2025

Unser Tag startete heute wieder früher, da wir eine große Strecke vor uns hatten und ich noch zur Golden Skybridge wollte, die direkt an unserem Campground lag. Während Tom beim Camper blieb, lief ich über einen kurzen Fußweg direkt zum Eingang. Die Skybridge wurde erst 2021 eröffnet und besteht aus zwei Hängebrücken, die über einen etwa drei Kilometer langen Rundwanderweg erkundet werden können. Beide Brücken – eine 130 und die andere 80 Meter über dem Boden – führen über einen rund 130 Meter tiefen Canyon. Sie zählen somit zu den höchsten und zweithöchsten Hängeseilbrücken Kanadas.

Am Eingang kaufte ich mir den Bridge Pass, und dann ging es auch schon los. Ich lief zuerst über die große Skybridge, die hoch über der Schlucht schwebte. Der Blick nach unten war wirklich beeindruckend, und das leichte Schwingen der Brücke machte das Ganze noch aufregender. Von der Brücke aus hatte man einen atemberaubenden Blick über das umliegende Columbia Valley und die Gipfel der Rocky Mountains, während unter mir der Fluss und ein etwa 60 Meter hoher Wasserfall rauschten. Höhenangst sollte man hier definitiv nicht haben.

Auf der anderen Seite führte der Rundweg weiter zur zweiten, kleineren Brücke, von der aus ich einen tollen Blick zurück auf die große Brücke hatte. Es gab zahlreiche Aussichtsplattformen von denen man ganz unterschiedliche Perspektiven auf die tiefe Schlucht, den Wasserfall und die umliegenden Berge hatte – ich fand es wirklich fantastisch. Zum Glück war ich früh unterwegs, und so war nicht viel los. Es waren kaum Besucher auf der Brücke, da ohnehin nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitig hinaufdurfte. Ich machte viele Fotos, und nach etwa einer Stunde war ich wieder am Ausgang zurück.

Wer noch mehr Lust auf Action hatte, konnte sich den Adventure Pass der Skybridge holen. Damit erhielt man neben dem Zugang zu den Brücken auch Eintritt zu weiteren Aktivitäten. In einem Hochseilgarten konnte man mehrere Parcours bewältigen, mit dem Railrider Mountain Coaster fahren oder mit der Zipline über den Canyon schweben. Mein Tipp: Besuche die Skybridge am besten morgens und unter der Woche, da es am Wochenende schnell voll werden kann und es dann oft zu längeren Wartezeiten kommt.

Mehr über die Golden Skybridge findest du auf der offiziellen Homepage.

Im Anschluss lief ich wieder zu Tom zurück. Er hatte inzwischen den Camper startklar gemacht, und wir konnten losfahren. Heute stand der nächste National Park auf unserer Reise an – der Glacier National Park (nicht zu verwechseln mit dem US-amerikanischen Glacier National Park in Montana), durch den wir aber nur hindurchfuhren da wir nicht viel Zeit hatten.

Glacier National Park – wilde Bergwelt zwischen Golden und Revelstoke

Der Glacier National Park liegt im Südosten der Provinz British Columbia zwischen Golden und Revelstoke und wurde 1886 gegründet. Mit einer Fläche von rund 1.350 km² zählt er zu den ältesten National Parks Kanadas. Geprägt ist er von steilen Bergketten, dichten Wäldern und über 400 Gletschern, die dem Park seinen Namen geben.

Besonders sehenswert ist der Rogers Pass, der als wichtiger Verkehrsweg durch die Rockies gilt und zugleich das Herzstück des Parks bildet. Heute ist der Glacier National Park ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde. Zahlreiche gut ausgeschilderte Trails führen zu Aussichtspunkten mit Blick auf Gletscher, Gipfel und tiefe Täler – ideal, um die wilde Berglandschaft hautnah zu erleben.

Über den Trans-Canada Highway ging es erst Richtung Norden und dann Richtung Westen durch das breite Tal des Columbia Rivers. Gleich nach dem Willkommensschild zum Glacier National Park begann die Straße stetig anzusteigen und führte kurvig durch dichte Wälder, vorbei an steilen Berghängen und beeindruckenden Felswänden. Teilweise fuhren wir durch mehrere Lawinengalerien, also tunnelartige Überdachungen zum Schutz vor Schneelawinen.

Wir erreichten den Rogers Pass, der mit 1.330 Höhenmetern zugleich der höchste Punkt auf der Strecke durch den Glacier National Park war. Hier befindet sich ein Memorial Park, der an die schwierigen und gefährlichen Bauarbeiten für die Hauptstrecke der Canadian Pacific Railway durch das damals unwegsame Gebirge erinnert. Im Discovery Centre gleich nebenan konnte man alles Wissenswerte über diese Passstraße erfahren. Eigentlich hat man vom Pass aus in alle Richtungen wunderbare Ausblicke auf die hohen Berge. Leider war das Wetter aber nicht besonders gut, und die Gipfel lagen größtenteils in den Wolken, sodass wir die hohen Berge nicht sehen konnten. Hier oben am Pass verläuft auch die Zeitzonengrenze zwischen Mountain Time und Pacific Time, und so gewannen wir eine Stunde.

Weiter ging es durch die wunderschöne Landschaft. Ab und zu hatten wir einen Blick auf den Illecillewaet River, während sich die Straße talwärts wand und die Umgebung immer grüner wurde. Je näher wir Revelstoke kamen, desto dichter wurde der Wald, bis wir die Ostseite des Mount Revelstoke National Parks erreichten – unserem zweiten National Park an diesem Tag. Auch hier fuhren wir nur vorbei.

Mount Revelstoke-National Park – von Regenwald bis Bergwiese

Der Mount Revelstoke National Park liegt im Südosten der Provinz British Columbia direkt am Trans-Canada Highway neben der Stadt Revelstoke. Mit einer Fläche von 260 km² gehört er zu den kleineren National Parks des Landes und wurde 1914 gegründet und ist einer der besonders abwechslungsreichen National Parks Kanadas.

Der Park ist bekannt für seine vielfältige Vegetation, die von dichten Regenwäldern im Tal bis zu alpinen Blumenwiesen in den höheren Lagen reicht. Besonders beliebt ist der Meadows in the Sky Parkway, eine rund 26 Kilometer lange Panoramastraße, die vom Tal hinauf bis knapp unter den Gipfel des Mount Revelstoke führt und unterwegs zahlreiche Aussichtspunkte bietet.

Im Sommer locken Wanderungen durch blühende Bergwiesen und im Herbst farbenfrohe Wälder. Im Winter ist die Region ein beliebtes Ziel für Skifahrer, Schneeschuhwanderer und Tourengeher.

In Revelstoke hingen dichte Wolken über dem Tal, und wir waren froh über unsere spontane Entscheidung, diesen Ort auszulassen. Wir fuhren weiter bis nach Sicamous, machten dort eine kleine Pause im Anvil Coffee Collective und kauften nebenan im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel ein. Anschließend ging es auf dem Trans-Canada Highway 1 weiter entlang des langen Shuswap Lake in Richtung Salmon Arm und Kamloops.

Die Landschaft veränderte sich zusehends und die schroffen Berge wichen sanften Hügeln. In Kamloops wechselten wir auf den Yellowhead Highway 5 in Richtung Jasper. Nach 23 Kilometern zweigte die Straße zum Sun Peaks Resort ab. Die Strecke war gut ausgebaut, führte jedoch steil und kurvenreich durch die Wälder, bis wir schließlich das alpine Sun Peaks Resort mit seinem RV-Parkplatz erreichten. Die Fahrt war mit rund 414 Kilometern heute recht lang, aber durch kleine Pausen gut machbar. Trotzdem war ich aber froh, als wir ankamen. Unser Stellplatz lag am Rande des kleinen Bergdorfs, aber noch nah genug, um in wenigen Minuten zu Fuß ins Zentrum zu kommen. Wir hatten online reserviert und Glück und bekamen einen schönen Platz am Rand mit Blick auf die umliegenden Berge.

Da es noch früh war, liefen wir ins kleine Village, wo es einige Geschäfte und Restaurants gab. Da in Kanada am Montag Feiertag war, hatte sich das Sun Peaks Resort für die kommenden Tage ein Unterhaltungsprogramm ausgedacht, und hier war richtig etwas los. Leider begann es dann zu regnen, und wir liefen zurück zum Camper. Dort wurde lecker gekocht, und den restlichen Abend verbrachten wir gemütlich im Camper.

Unsere Unterkunft in Sun Peaks

Sun Peaks RV and Camp Sites

 

Am P 2 gibt es im Sommer die Möglichkeit mit dem Camper zu übernachten. Der Parkplatz liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Dorf und von den Liften entfernt. Die Stellflächen sind eben, großzügig angelegt und auch für größere Camper geeignet. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge. Es gibt 45 Sites, jeweils mit Picknicktisch. Ein Gebäude mit WC und Waschräumen ist vorhanden, jedoch keine Duschen. Eine Dumpstation befindet sich ebenfalls vor Ort.

Wir haben pro Nacht 25 CAD bezahlt.

 

Weitere Infos auf der Website

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