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Weiter Blick vom Berg über dicht bewaldetes Tal auf Bergkette und Stadt in den kanadischen Rocky Mountains

Kanada 2025 • Tag 23 • 
Wandern im Kicking Horse Mountain Resort


Reisedatum 31.07.2025

Heute schliefen wir recht lange, denn die letzten Tage waren ziemlich anstrengend gewesen. Das Wetter war wieder herrlich und so konnten wir draußen frühstücken. Wir checkten nebenbei das Wetter für die kommenden Tage und stellten fest, dass es bei unserem nächsten Stopp in Revelstoke regnen sollte. Also schauten wir unsere weitere Planung durch, um zu sehen, wie das Wetter an den nächsten Orten aussehen würde  und stellten fest, dass es in Kamloops, wo wir danach hinfahren wollten, deutlich besser sein würde. Wir überlegten kurz hin und her, was wir machen sollten, und schauten dann, ob wir eventuell im Sun Peaks Resort bei Kamloops für zwei Nächte einen RV-Platz bekommen könnten. Zum Glück klappte das, und wir waren happy. Somit überspringen wir jetzt Revelstoke – leider konnten wir die Reservierung des Campgrounds dort nicht mehr stornieren, aber das war dann eben unser Pech. Bei Regen im Camper zu sitzen macht schließlich auch keinen Spaß.

Als wir fertig waren packten wir unsere Sachen und fuhren zum Kicking Horse Mountain Resort. Hier wollte Tom biken, und ich hatte mir vorgenommen, wandern zu gehen. Die meisten Besucher, die hier herkommen wollen eigentlich das Grizzly Bear Refuge besichtigen. Im Kicking Horse Mountain Resort wurde ein rund 20 Hektar großes Areal geschaffen, in dem Boo, ein männlicher Grizzlybär, lebt. Er wurde 2003 als Jungtier zusammen mit seinem Bruder gefunden, nachdem die Mutter gestorben war. Mittlerweile lebt nur noch Boo in diesem Gehege, das so gestaltet wurde, dass es seinem natürlichen Lebensraum entspricht. Wer wollte, konnte an einer geführten Tour teilnehmen und dabei mehr über das Leben der Grizzlies erfahren – mit etwas Glück konnte man den Bären sogar sehen.

Leider war der Golden Eagle Express geschlossen, und nur der Catamount Chairlift war in Betrieb. Der Lift diente zurzeit als Übergangslösung, während die Gondel repariert wurde. Auf der Homepage des Kicking Horse Mountain Resort war das leider nicht deutlich vermerkt. Das war natürlich etwas blöd, denn ich musste nun erst einmal herausfinden, wo ich überhaupt wandern konnte. Also ging ich ins Info-Center. Dort erzählte mir eine sehr nette Dame, dass ein neuer Wanderweg angelegt worden war – der Showdown Trail, der oberhalb des Sessellifts startete. Nachdem sie mir den Weg ausführlich erklärt hatte, kauften wir noch Tickets für den Sessellift, und dann fuhren Tom und ich gemeinsam nach oben. Tom hatte Glück, denn für ihn gab es genügend Trails, die er fahren konnte.

Oben am Sessellift angekommen, trennten sich dann unsere Wege. Während Tom die Trails ins Tal nahm, machte ich mich auf den Weg nach oben. Der neue Wanderweg startete ebenfalls direkt am Sessellift, und so lief ich los. Die ersten hundert Höhenmeter führten noch über einen Schotterweg, bevor der steile Aufstieg auf einem alten, stillgelegten Mountainbike-Trail weitere 250 Höhenmeter nach oben ging. Der Weg war als schwer markiert – und das war er wirklich. Teilweise war der Pfad steinig und ausgesetzt, und manchmal wusste ich gar nicht, ob ich noch richtig war, denn ich war ganz allein unterwegs. Zum Glück kamen mir drei Wanderer von oben entgegen, sodass ich wenigstens wusste, dass ich auf dem richtigen Trail war. Der Trail war wirklich nichts für jemanden, der nicht steil bergauf gehen wollte. Selbst als Mountainbiker würde ich diesen Weg nicht hinunterfahren wollen, so steil war er. Die Aussicht von oben war aber herrlich und man konnte über ganz Golden und die umliegenden Berge blicken. Gegen später überholte mich noch ein Pärchen, das ebenfalls mit dem steilen Anstieg zu kämpfen hatte. Zum Glück führte der Weg immer wieder an einem Bach vorbei, sodass ich meine Flasche auffüllen und frisches, kaltes Wasser trinken konnte. Ich war auch froh, dass ich Mückenspray dabeihatte, denn die Stechmücken waren hier extrem zahlreich und wirklich lästig. Oben angekommen traf ich das Pärchen wieder, und wir unterhielten uns eine Weile. Weiterzulaufen hätte keinen Sinn gemacht, denn das wären noch einmal rund 500 Höhenmeter gewesen. Die beiden entschieden sich, denselben Trail wieder nach unten zu gehen, mir war das jedoch zu steil. Ich nahm stattdessen die Service Road. Das war zwar zum Wandern nicht besonders schön, aber wenigstens nicht so steil.

Am Sessellift angekommen, wollte ich eigentlich zur Mittelstation fahren, um mir das Grizzly Bear Refuge anzuschauen, aber das war leider nicht erlaubt und ich hätte ganz nach unten fahren müssen. Da es aber noch nicht zu spät war, beschloss ich, die Service Road bis ganz nach unten zu laufen, um noch ein bisschen Bewegung zu haben. Schade, ich hätte den Bären gerne gesehen, wenn auch nicht in freier Wildbahn, sondern im Schutzgehege.

Unten angekommen, traf ich mich wieder mit Tom. Wir gönnten uns noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen, bevor wir zurück zum Campground fuhren. Unser Abendessen mussten wir leider im Camper essen, da die Stechmücken heute draußen extrem aktiv waren und es wirklich keinen Spaß machte. Gegen später wurde es jedoch etwas besser, und wir konnten doch noch eine Weile draußen sitzen.

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