
Kanada 2025 • Tag 22 •
Weiterfahrt nach Golden mit Stopps
an den Takakkaw Fall und am Emerald Lake
Reisedatum 30.07.2025
Heute ging es weiter nach Golden. Nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne packten wir alles zusammen, nutzten noch die Dumpstation auf dem Campground und machten uns dann auf den Weg. Da wir Zeit hatten, fuhren wir noch einmal den Bow Valley Parkway entlang bis nach Lake Louise. Auf dem Weg hielten plötzlich einige Autos an – das bedeutet in Kanada meist, dass ein Tier in der Nähe ist. Und tatsächlich: Im Wald war ein Bär zu sehen, aber er hatte sich leider zu gut versteckt, um ein Foto machen zu können.
Wir fuhren weiter und erreichten kurze Zeit später Lake Louise. Eigentlich wollten wir hier tanken, doch durch einen großflächigen Stromausfall war nur eine Tankstelle geöffnet und dort herrschte natürlich großes Chaos. Wir überlegten kurz, was wir tun sollten, sahen dann aber, dass sich die Schlange etwas verkürzt hatte, und nutzten die Gelegenheit, um zu tanken. Da es dort auch Propangas gab, füllten wir dieses gleich mit auf.

Anschließend ging die Fahrt weiter auf dem Trans-Canada Highway 1. Die Strecke führte uns in westlicher Richtung nach Golden und in den Yoho National Park. Am Kicking Horse Pass (1.627 m), dem sogenannten „Pass des tretenden Pferdes“, wechselten wir vom Banff National Park in den Yoho National Park.
Yoho National Park – Wasserfälle, Berge & türkisfarbene Seen
Der Yoho National Park liegt im Osten der Provinz British Columbia an der Grenze zu Alberta und schließt westlich direkt an den Banff National Park an. Er wurde 1886 gegründet und mit einer Fläche von rund 1.313 km² gehört er zu den kleineren, aber landschaftlich spektakulärsten National Parks der kanadischen Rocky Mountains. Der Name “Yoho” stammt aus der Sprache der Cree und bedeutet so viel wie „Ehrfurcht“ oder „Staunen“ – und genau das löst die Landschaft hier auch aus.
Der Park ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Canadian Rocky Mountain Parks“ und bekannt für seine wasserfallreichen Täler, türkisfarbenen Seen, mächtigen Gletscher und geologisch bedeutenden Fossilienfunde. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der Emerald Lake, der Takakkaw Falls – der zweihöchste Wasserfall Kanadas mit einer Fallhöhe von 373 Metern – sowie die historische Spiral Tunnels, ein Meisterwerk der Eisenbahntechnik aus dem Jahr 1909.
Ebenso berühmt ist der Park für die Burgess Shale Fossil Beds, die zu den bedeutendsten Fossilienfundstätten der Welt zählen. Hier wurden urzeitliche Meereslebewesen entdeckt, die rund 500 Millionen Jahre alt sind und tiefe Einblicke in die Entwicklung des Lebens auf der Erde geben.
Im Sommer locken zahlreiche Wanderwege und Aussichtspunkte, während im Winter Schneeschuhwanderungen und Eisklettern beliebte Aktivitäten sind. Der kleine Ort Field im Herzen des Parks dient als Ausgangspunkt für viele Touren und beherbergt ein Besucherzentrum mit Informationen, Karten und Ausstellungen.
Mehr Informationen findest du auf der offiziellen Website des Yoho National Park.
Während wir die Passhöhe überquerten, war uns gar nicht bewusst, dass dieser Abschnitt gleich mehrere geografische Besonderheiten vereinte. Wusstest du, dass der Übergang gleichzeitig sowohl die Grenze zwischen Kanadas Provinzen Alberta und British Columbia als auch die Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik ist? Dies ist zwar keine Sehenswürdigkeit per se, aber dennoch beeindruckend, da von hier aus alle westlich gelegenen Flüsse in den nur rund 500 Kilometer entfernten Pazifik münden, während alle östlich entspringenden Flüsse in die etwa 1.500 Kilometer entfernte Hudson Bay fließen – und von dort noch einen viel weiteren Weg nehmen müssen, ehe sie den offenen Atlantik erreichen. Eine weitere interessante Besonderheit: Obwohl Golden in British Columbia liegt, gilt hier dieselbe Zeitzone wie in Alberta. Das sollte man unbedingt beachten, wenn man beispielsweise zu einer bestimmten Uhrzeit in einer Unterkunft einchecken möchte.
Die Fahrt führte am türkisblauen Wapta Lake vorbei zum Lower Spiral Tunnel Viewpoint, der direkt am Highway lag. Die Spiral Tunnels wurden gebaut, um das starke Gefälle der Bahnlinie am Kicking Horse Pass von 4,5 % auf 2,2 % zu reduzieren, da zuvor viele Waggons auf der steilen Strecke entgleist waren. Es gibt zwei Tunnel – den Lower und den Upper Spiral Tunnel – und bei den endlos langen Zügen in Kanada kommt es oft vor, dass der Anfang des Zuges bereits aus dem Tunnel herausfährt, während das Ende noch gar nicht eingefahren ist. Wir hielten hier natürlich an, aber leider kamen wir etwas zu spät und konnten nicht mehr viel vom Zug sehen, der hier gerade vorbei gefahren war.
Wir fuhren weiter und nach weiteren vier Kilometern zweigte die Yoho Valley Road nach Norden zum Takakkaw Falls ab. Der Wasserfall zählt mit seinen 373 Metern zu den höchsten Kanadas und ist eines der beeindruckendsten Naturwunder im Yoho National Park, und den durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Das Schmelzwasser des Daly Glacier, einem Ausläufer des Waputik Icefield, speist den Wasserfall und besonders im Frühsommer nach der Schneeschmelze stürzt hier eine gewaltige Wassermenge in die Tiefe. Das muss schon ein imposantes Naturschauspiel sein und nicht umsonst bedeutet das Wort Takakkaw in der Sprache der Cree „es ist großartig“.
Die 13 Kilometer lange Yoho Valley Road führte uns den Berg hinauf. Schon im Vorfeld hatte ich gelesen, dass Wohnmobile bzw. lange Fahrzeuge über 23 Fuß (7 Meter) diese Straße nicht befahren sollen. Es gibt zwei ziemlich enge und steile Serpentinen, die mit großen Fahrzeugen eine Herausforderung sind. Tom hat das sehr gut gemeistert, aber wir fahren auch oft durch die Schweiz oder Österreich und sind enge Straßen und Pässe mit unserem eigenen Camper gewöhnt. Aber auch mit unserem Camper hier war das gut zu bewältigen, Tom musste nur in der zweiten Kurve zurücksetzen. Trotzdem war ich froh, als wir die Serpentinen hinter uns hatten. Kurz vor dem Wasserfall parkten an der Straße schon viele Autos, und wir fuhren gar nicht erst bis zum oberen Parkplatz, sondern stellten uns ebenfalls hier hin. Schon von hier hatte man einen beeindruckenden Blick auf den Wasserfall. Auf der rechten Seite der Straße führte dann ein Weg bis zum Aussichtspunkt direkt unterhalb des Wasserfalls. Der Weg war leicht zu gehen, und wir hatten schon unterwegs tolle Ausblicke auf die herabstürzenden Wassermassen. Das war wirklich beeindruckend – wie hoch der Wasserfall war und welche Wassermassen dort die Felsen hinunterkamen.
Nachdem wir viele Fotos gemacht hatten, liefen wir wieder zum Camper zurück, um weiterzufahren. Es ging die gleiche Straße wieder retour, und auch diesmal musste Tom bei den Serpentinen einmal zurücksetzen. Ansonsten waren die Kurven gut zu fahren.

Nach weiteren drei Kilometern auf dem Trans-Canada Highway verließen wir die Hauptstraße, um zum nächsten Highlight zu fahren – dem Emerald Lake. Bevor wir aber zu diesem wunderbaren Gletschersee fuhren, wollten wir noch einen kurzen Stopp an der Natural Bridge machen. Früher rauschte der reißende Kicking Horse River an dieser Stelle über einen Wasserfall hinunter. Durch die starke Erosion bildeten sich dann Risse im Gestein und formten dadurch eine natürliche Brücke. Heute strömt das Wasser durch diese Felsspalten, und man kann von mehreren Aussichtspunkten aus dieses Spektakel erleben. Am kleinen Parkplatz hatten wir Glück – es war noch etwas frei – und wir liefen zur Natural Bridge. Viel zu sehen gab es leider nicht und wir fanden es jetzt nicht so spektakulär. Da es aber auf dem Weg lag kann man kurz anhalten.

Dann ging es weiter zum Emerald Lake. Er ist der größte See im Yoho National Park und bekannt für sein intensiv blau-grün schimmerndes Wasser. Die Färbung entsteht durch feine Gesteinspartikel, die von den umliegenden Gletschern in den See gespült werden und das Sonnenlicht reflektieren.
Ein Schild ganz unten signalisierte schon, dass der Parkplatz voll war, denn es gibt dort kaum richtige Parkplätze, und die Straße war bereits einseitig viele hundert Meter weit am Rand zugeparkt. Um parken zu können, mussten wir jedoch erst bis zum See vorfahren, um zu wenden. Hier hatten wir dann aber richtig Glück, denn es gab für Camper eigene Parkplätze, und direkt ganz vorne war sogar einer frei. Hurra, so viel Glück muss man doch haben!
Wir tranken noch kurz einen Kaffee und liefen dann zum See. Hier war natürlich wieder extrem viel los, aber ich muss schon zugeben, der See war einfach herrlich. Das Wasser schimmerte in türkisfarbenen Tönen und war umgeben von den imposanten Bergen der sogenannten President Range. Man konnte sich Kanus ausleihen und das wunderbare Bergpanorama vom Wasser aus genießen. Und falls du diese tolle Landschaft rund um die Uhr erleben möchtest, kannst du dich hier in der Emerald Lake Lodge, einer Luxus-Herberge, einmieten.
Es gibt einen etwa 5,2 Kilometer langen Wanderweg rund um den See. Wir liefen ein Stück am östlichen Ufer entlang, über teils schmale Pfade, aber leider hatte man dort keine Sicht auf den See, und so drehten wir wieder um. Der westliche Teil des Rundweges ist gut ausgebaut, aber dort waren uns zu viele Wanderer unterwegs. Klar – der See wird oft für seine Schönheit angepriesen und gilt als absoluter Must-See im Yoho National Park. Zu Recht, aber davon wussten eben auch viele andere und wir gehörten auch zu den vielen Besuchern, die dieses Naturwunder erleben wollten. Nachdem wir noch einige Fotos gemacht und das bunte Treiben am See beobachtet hatten, liefen wir zurück zum Camper.

Auf der Emerald Lake Road ging es wieder zurück und anschließend weiter auf dem Trans-Canada Highway 1 in Richtung Golden. Die Straße führte zunächst durch den Kicking Horse Canyon, dann wurde das Tal weiter, und schon bald tauchten die ersten Häuser von Golden auf- malerisch gelegen am Zusammenfluss des Kicking Horse River und des Columbia River.
Wir machten noch einen kurzen Stopp im Supermarkt, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen, und anschließend ging es dann zum Campground. Nach dem Einchecken fuhren wir auf unsere vorreservierte Campsite und parkten den Camper ein. Wir kochten unser Abendessen, und da es schön warm war, konnten wir sogar draußen sitzen. Gegen später kamen jedoch viele Stechmücken, und trotz Spray war es bald nicht mehr angenehm. Wir wurden ordentlich zerstochen und flüchteten schließlich in den Camper.
Unsere Unterkunft in Golden
Thousand Peaks Resort
Schöner und recht neu angelegter Campground etwas außerhalb von Golden direkt an der Golden Skybridge. Es gibt 75 Sites, teilweise mit Strom- und Wasseranschluss. Wir standen auf Site 106 mit Stromanschluss. Die Sites sind sehr groß, eben, mit Kies ausgelegt und verfügen über einen Picknicktisch und einen Feuerring. Es gibt Toiletten und Duschen, die sauber und gepflegt sind, die wir aber nicht benutzt haben. Eine Dumpstation befindet sich direkt am Eingang. Der Check-in verläuft unkompliziert, und die Betreiber sind sehr freundlich. Über einen kurzen Fußweg erreicht man den Eingang zur Golden Skybridge.
Wir haben pro Nacht 61 CAD bezahlt.
Weitere Infos auf der Website















