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Vom Aussichtspunkt über die Baumwipfel hinweg auf den türkisfarbenen Daisy Lake.

Kanada 2025 • Tag 9 • 
Von den Brandywine Falls  

zu den Train Wrecks


Reisedatum 17.07.2025

Unser Roadtrip startet!

Wir schliefen die erste Nacht richtig gut und lang in unserem Camper. Nach einem gemütlichen Frühstück im Schatten fuhren wir noch nach Squamish, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Wir bummelten ein wenig durch die Stadt und kamen am Fox & Oak vorbei. Das Coffee & Bakehouse ist bekannt für seine handgemachten Doughnuts und war uns auch schon empfohlen worden. Hier gönnten wir uns ein zweites Frühstück und probierten einen der Doughnuts – er war so lecker. Einen zweiten nahmen wir gleich noch mit, den wir am Abend als Nachtisch essen wollten. Nachdem wir alles erledigt hatten, ging es über den Sea-to-Sky Highway Richtung Whistler.

Unser erster Stopp war der Brandywine Falls Provincial Park. Er ist bekannt für den beeindruckenden Brandywine Falls, einen 70 m hohen Wasserfall, der über eine Basaltklippe in eine tiefe Schlucht stürzt. Der ungewöhnliche Name soll von einer Wette zweier Landvermesser der Howe Sound and Northern Railway stammen: Es ging um die Höhe des Wasserfalls, und der Wetteinsatz war eine Flasche Brandy.

Vom Parkplatz führte ein kurzer, gut ausgebauter Wanderweg durch den schattigen Wald bis zu einer Aussichtsplattform gegenüber dem Wasserfall. Von hier hatte man einen tollen Blick auf den Wasserfall und die umliegende Schlucht. Unten zerstäubte das Wasser, und durch die Sonne entstand sogar ein schöner Regenbogen. Ein Stück weiter kam man noch zum Brandywine Falls Valley Viewpoint, von dem man einen schönen Blick ins Tal bis zum Daisy Lake hatte. Wir machten ein paar Bilder und gingen dann auf demselben Weg wieder zurück zum Camper.

 

Wenn ihr auf dem Sea-to-Sky Highway unterwegs seid, eignet sich der Wasserfall perfekt für eine kurze Pause, da er direkt an der Straße liegt und man für einen Besuch nicht viel Zeit benötigt. Früh am Morgen hat man den Aussichtspunkt oft ganz für sich, während es mittags deutlich voller wird.

Etwa zehn Kilometer weiter lag unser nächster Stopp: die Whistler Train Wrecks.

1956 entgleiste hier ein Güterzug der Pacific Great Eastern Railway. Der Zug hatte Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit und der Bremse beim Verlassen einer Kurve. Mehrere Waggons sprangen aus den Gleisen und wurden nicht entfernt, sondern mit Bulldozern in den Wald geschoben – an den Ort, wo sie heute noch liegen. Die Gründe für das Belassen der Wracks im Wald waren vor allem logistischer Natur: Die Gegend war schwer zugänglich, und eine Bergung hätte enorme Kosten verursacht. Um den Zugang sicherer zu machen, wurde 2016 eine Hängebrücke über den Cheakamus River gebaut, sodass man heute legal und bequem zu den Wracks gelangt.

Der Parkplatz lag etwas abseits der Hauptstraße, und wir konnten dort mit unserem Camper gut parken. Von hier startete der etwa ein Kilometer lange Train Wreck Trail. Der Weg führte durch den Wald, war gut ausgebaut und verlief leicht bergauf und bergab. Nach knapp 15 Minuten erreichten wir dann die Hängebrücke, die sich über den Cheakamus River spannte. Von hier hatte man eine schöne Aussicht auf den Fluss und die umliegende Natur. Auf der anderen Seite standen die sieben verbeulten Güterwaggons verstreut zwischen Bäumen und Felsen. Viele Künstler hatten sie fantasievoll mit Graffiti besprüht. Man konnte darauf, darin und rundherum klettern. Es war schon ein komisches Bild: die bunten Waggons mitten in der Natur, die sich Stück für Stück ihr Terrain zurückeroberte. Echt sehenswert!

Nachdem wir uns die Train Wrecks ausgiebig angeschaut hatten ging es auf demselben Weg zurück zum Camper. Dort gab es erst einmal eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir die Fahrt fortsetzten. Über den Sea-to-Sky Highway fuhren wir weiter und nach wenigen Minuten erreichten wir Whistler, wo wir heute jedoch nur durchfuhren. Weiter ging es am Green Lake vorbei, und die Strecke führte durch waldiges Gebiet und war richtig schön zu fahren.

Knapp 45 Minuten später kamen wir am Nairn Falls Provincial Park an, wo ich auf dem dazugehörigen Campground einen Platz für zwei Nächte gebucht hatte. Ich hatte das Glück, einen der besonders schön gelegenen Campsites direkt oberhalb des Green River zu ergattern. Allerdings konnte man wegen des Steilufers nicht direkt hinlaufen, aber einen schönen Blick und das ständige Rauschen hatte man auch so. Tom ging gleich noch eine Runde biken, während ich gemütlich am Camper blieb. Später kochten wir draußen, aber es war jetzt am Abend leider so windig und kalt, sodass wir zum Essen in den Camper gingen.

Unsere Unterkunft im Nairn Falls Provincial Park

Nairns Falls Campground

Schöner, sauberer Platz mit großen Sites, sodass man von seinen Nachbarn nicht viel mitbekommt. Jede Site hat ihren eigenen Picknicktisch und einen Feuerring. Es gibt WCs, aber keine Duschen und keinen Strom. Frisches Wasser holt man sich über Handpumpen am Platz. Eine Dumpstation gibt es nicht, dafür muss man nach Whistler ins Waste Depot fahren. Wir hatten die Site 7, schön direkt am Fluss gelegen. Auf dem Campground war es sehr ruhig bis auf das Rauschen des Flusses. Direkt vom Campground starten Wanderungen zu den Nairn Falls und zum One Mile Lake, wo man im Sommer auch baden kann. Außerdem gab es im hinteren Bereich einen Weg direkt zum Green River.

Wir haben pro Nacht 28 CAD bezahlt.

 

Weitere Infos auf der Website

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