
Neuseeland 2026 • Tag 16 •
Wanderung auf dem Lake Marian Track
im Fiordland National Park
Reisedatum 28.02.2026
Heute schliefen wir recht lange und frühstückten danach erst einmal in Ruhe. Draußen schien zwar schon die Sonne, aber es war noch zu kalt, um draußen zu sitzen. Nach dem Frühstück richteten wir uns und packten anschließend alles zusammen, denn heute wollten wir zum Lake Marian wandern.
Von der Campsite ging es mit dem Camper wieder ein Stück in Richtung Milford Sound. Schon nach knapp 15 Minuten bogen wir auf die Lower Hollyford Road ab und fuhren direkt bis zum Lake Marian Trail Carpark. Hier war schon einiges los, aber zum Glück fanden wir auch mit unserem großen Camper noch einen Parkplatz. Direkt gegenüber startete dann unsere Wanderung.
Lake Marian Track
Strecke: ca. 6,2 km (Hin- und Rückweg)
Dauer: 3-4 Std. plus Pause am See
Höhenmeter: ca. 400 hm
Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Startpunkt: Lake Marian Car Park, Lower Hollyford Road
Highlights: Marian Falls und der türkisfarbene Lake Marian inmitten steiler, bewaldeter Bergflanken
Weitere Infos: DOC-Website
Tipp: Nach den Marian Falls wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Der Lake Marian Track ist ein sogenannter „Tramping Track“ – in Neuseeland bezeichnet man damit Wanderwege, die steil, felsig, wurzelig und bei Nässe auch matschig oder rutschig sein können. Mit anderen Worten: alles andere als ein Spaziergang. Gute Wanderschuhe sind daher unbedingt empfehlenswert. Bei ruhigem Wetter lohnt sich eine längere Pause am Lake Marian – dann spiegeln sich die umliegenden Berge wunderschön im Wasser.
Gleich am Anfang ging es über die Lake Marian Swing Bridge auf die andere Seite des Flusses. Die Brücke war ganz schön wackelig, aber ich liebe so etwas ja. Zunächst führte der Lake Marian Falls Track noch gemütlich am Fluss entlang und wir hatten immer wieder schöne Blicke auf das Wasser. Der Weg war gut angelegt, verlief teilweise über Holzstege und brachte uns schließlich zu einer Aussichtsplattform an den Marian Falls. Hier konnte man schön beobachten, mit welcher Kraft sich das Wasser zwischen den Felsen hindurchzwängte und nach unten stürzte.

Bis hierher kamen auch viele Besucher und selbst wenn ihr nicht bis zum Lake Marian wandern möchtet, lohnt sich dieser kurze Abschnitt bereits. Hinter den Wasserfällen begann dann der eigentliche Lake Marian Track und die Strecke änderte sich schlagartig. Auf einem Wegschild lasen wir, dass uns ab hier ein „steady climb with some rough sections“, also ein stetiger Anstieg mit einigen unwegsamen Abschnitten, erwartete. Jetzt war ich doch gespannt, was noch auf uns zukam.
Die erste halbe Stunde war noch relativ einfach, doch dann wurde der Weg zunehmend steiler. Es ging über Felsen und große Steine stetig nach oben und ab und zu mussten wir auch die Hände zur Hilfe nehmen. Nicht ganz einfach, aber gut machbar.

Die ganze Zeit liefen wir durch einen dichten, sattgrünen Wald mit moosbewachsenen Bäumen, Farnen und Flechten. Teilweise sah es richtig nach Regenwald aus, nur dass es hier deutlich kühler war. Ich fand den Wald wunderschön und natürlich machte ich wieder jede Menge Fotos. Obwohl wir fast die ganze Zeit im Schatten der Bäume liefen, wurde uns beim Aufstieg ziemlich warm und ich war froh, doch meine kurze Wanderhose angezogen zu haben.
Je weiter wir kamen, desto anspruchsvoller wurde der Weg. Teilweise ging es über große Wurzeln und Felsbrocken und wir mussten bei jedem Schritt aufpassen, wo wir hintraten. Da es hier zwei Tage zuvor noch viel geregnet hatte, waren einige Stellen ziemlich matschig und rutschig. Bei Regen möchte ich den Track ehrlich gesagt nicht unbedingt laufen und ich war froh, dass wir heute wieder so schönes Wetter hatten. Manchmal war der Pfad zwischen all den Wurzeln und Steinen kaum zu erkennen, aber die orangefarbenen Wegmarkierungen zeigten uns immer wieder, in welche Richtung wir mussten.

Kurz vor dem Ende wartete noch eine kleine Überraschung auf uns. Plötzlich standen wir vor einer etwa drei Meter hohen Wand aus Wurzeln und konnten erst gar nicht glauben, dass es dort tatsächlich hochgehen sollte. Doch die orangefarbene Markierung zeigte genau geradeaus auf die Wand und als uns auch noch Wanderer von oben entgegenkamen, war klar: Hier waren wir richtig. Also kletterten wir vorsichtig nach oben und irgendwie machte die kleine Kletterpartie sogar richtig Spaß. Danach wurde der Weg wieder einfacher und langsam kamen wir unserem Ziel näher. Nach knapp zwei Stunden und rund 400 Höhenmetern hatten wir es schließlich geschafft.
Wow, wie schön es hier war! Der Lake Marian lag umrahmt von den steilen Bergen vor uns und natürlich musste ich erst einmal wieder jede Menge Fotos machen. Rund um den See lagen große Felsbrocken und wir suchten uns ein schönes Plätzchen für eine gemütliche Pause. Die Sonne schien und wir ließen uns hier erst einmal eine ganze Weile nieder. Tom hielt sogar noch seine Füße ins Wasser, aber zum Schwimmen war es definitiv zu kalt. Ein paar andere Wanderer sahen das allerdings anders und trauten sich tatsächlich hinein. Mir reichte schon der Gedanke daran. Nachdem wir ausgiebig Pause gemacht und die schöne Aussicht genossen hatten, packten wir schließlich unsere Sachen zusammen. Auch wenn ich am liebsten noch länger am Ufer des Lake Marian geblieben wäre, machten wir uns dann auf demselben Weg zurück zum Parkplatz.

Da der Weg teilweise ziemlich steil und rutschig war, mussten wir auch bergab gut aufpassen, wohin wir traten. Stellenweise fand ich den Abstieg fast genauso anstrengend wie den Aufstieg, denn große Stufen lassen sich irgendwie leichter nach oben als nach unten laufen.
Irgendwann erreichten wir wieder die Holzplattform bei den Marian Falls und von dort war es nicht mehr weit bis zum Parkplatz. Mittlerweile war hier richtig viel los und wir waren froh, dass wir früher gestartet waren. Kaum wurde irgendwo ein Parkplatz frei, stand schon das nächste Auto bereit. Als wir mit unserem Camper wegfuhren, freute sich auf jeden Fall jemand über unseren frei gewordenen Platz.
Wir fuhren zurück zur Campsite, kochten uns einen Kaffee und verbrachten den restlichen Nachmittag gemütlich in der Sonne. Gegen Abend machten wir uns noch etwas Leckeres zu essen und konnten auch heute wieder draußen sitzen. Einfach herrlich!



















