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Weiter Blick über den Milford Sound zwischen hohen Felswänden bei sonnigem Wetter im Fiordland Nationalpark.

Neuseeland 2026 • Tag 15 •

Bootstour auf dem Milford Sound und 

Stopps entlang der Milford Road


Reisedatum 27.02.2026

Der Wecker klingelte heute ziemlich früh, denn für uns stand eines der Highlights unserer Neuseelandreise auf dem Programm: eine Bootstour auf dem Milford Sound. Unsere Tour startete um 9:30 Uhr und wir wollten früh genug dort sein, um noch einen Parkplatz möglichst weit vorne zu bekommen.

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Als wir aus dem Camper schauten, war ich erstaunt, wie viele auf dem Campground schon wach waren. Überall war Bewegung und der ein oder andere Camper machte sich ebenfalls auf den Weg Richtung Milford Sound. Wir verzichteten auf unser Frühstück und den ersten Kaffee und fuhren bereits um 7:00 Uhr los. Unser Plan war, direkt bis zum Milford Sound durchzufahren und dort ganz in Ruhe zu frühstücken. Das hatten wir auch schon in Kanada und den USA bei gut besuchten Sehenswürdigkeiten so gemacht und waren damit immer gut gefahren.

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Am frühen Morgen lag das Tal teilweise noch im Schatten und die Landschaft wirkte ganz anders als am Vortag. Je näher wir dem Milford Sound kamen, desto beeindruckender wurde die Strecke. Die Berge rückten immer näher an die Straße heran und überall gab es tolle Aussichten. Am liebsten hätte ich ständig angehalten, aber wir wollten erst einmal zügig bis zum Milford Sound durchfahren. Für die verschiedenen Aussichtspunkte entlang der Milford Road hatten wir uns die Rückfahrt vorgenommen.

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Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den Homer Tunnel. Als wir ankamen, hatten wir Glück, die Ampel zeigte Grün und wir konnten direkt hindurchfahren. Der rund 1,2 Kilometer lange Tunnel führt mitten durch das gewaltige Bergmassiv und ist schon ein Erlebnis für sich. Im Tunnel war es dunkel und ziemlich eng, aber kurze Zeit später hatten wir wieder Tageslicht vor uns. Hinter dem Tunnel änderte sich die Landschaft noch einmal komplett. In engen Serpentinen führte die Straße hinunter Richtung Milford Sound. Vor uns lagen die steilen Berge des Fiordlands und wir wussten teilweise gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Die Anfahrt war wirklich spektakulär und ich freute mich jetzt noch mehr auf unsere Tour.

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Gegen 7:45 Uhr erreichten wir den Parkplatz am Milford Sound und hatten tatsächlich noch genügend Auswahl. Unser frühes Aufstehen hatte sich also gelohnt. Wir suchten uns einen schönen Platz, machten es uns erst einmal im Camper gemütlich und frühstückten ganz in Ruhe. Für unseren Kaffee war jetzt auch genügend Zeit.

Milford Sound / Piopiotahi – Fjordlandschaft im Fiordland National Park

 

Der Milford Sound, in der Sprache der Māori Piopiotahi genannt, liegt im Südwesten der Südinsel Neuseelands und gehört zum Fiordland National Park. Damit ist er auch Teil des UNESCO Weltnaturerbes „Te Wāhipounamu“. Der fast 16 Kilometer lange Fjord erstreckt sich von der Tasmansee weit ins Landesinnere und gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Neuseelands.

 

Entstanden ist der Milford Sound während der Eiszeiten durch gewaltige Gletscher, die tiefe Täler in die Landschaft schnitten. Nach dem Abschmelzen der Gletscher und dem Anstieg des Meeresspiegels wurden diese Täler vom Meer überflutet. Heute wird der Fjord von steilen Felswänden umgeben, die teilweise mehr als 1.200 Meter aus dem Wasser emporragen. Besonders markant ist der 1.692 Meter hohe Mitre Peak, der mit seiner außergewöhnlichen Form zu den bekanntesten Fotomotiven Neuseelands gehört.

 

Eigentlich ist der Milford Sound trotz seines Namens kein Sound, sondern ein Fjord. Während Fjorde durch Gletscher geformt wurden, entstehen Sounds ursprünglich durch überflutete Flusstäler. Die frühen europäischen Siedler bezeichneten jedoch zahlreiche Meeresarme in Fiordland als Sounds und so blieb auch beim Milford Sound der Name bis heute erhalten.

 

In der Sprache der Māori trägt der Fjord den Namen Piopiotahi. Der Name bedeutet sinngemäß „ein einzelner Piopio“ und erinnert an den heute ausgestorbenen neuseeländischen Piopio Vogel. Einer Māori Legende zufolge kam ein einzelner Piopio hierher, um nach dem Tod des Helden Māui zu trauern.

 

Der Milford Sound gehört zu den regenreichsten Orten Neuseelands. Durchschnittlich fallen hier etwa 6,5 bis 7 Meter Niederschlag im Jahr. Doch gerade der viele Regen macht einen Teil der besonderen Atmosphäre aus. Nach starken Regenfällen entstehen an den steilen Felswänden unzählige Wasserfälle, von denen viele bei längeren Trockenperioden wieder verschwinden.

 

Eine der schönsten Möglichkeiten, den Milford Sound zu erleben, ist eine Bootsfahrt durch den Fjord. Vom Wasser aus bekommt man einen besonders eindrucksvollen Blick auf die steilen Felswände, die zahlreichen Wasserfälle und den Mitre Peak. Mit etwas Glück lassen sich unterwegs auch Robben, Delfine oder sogar Pinguine beobachten.

Unser Tipp: Lasst euch von einer schlechten Wettervorhersage nicht abschrecken. Sonnenschein sorgt zwar für eine fantastische Sicht auf die umliegenden Berge, doch bei Regen zeigt sich der Milford Sound von einer ganz anderen Seite. Dann entstehen an den steilen Felswänden unzählige Wasserfälle und die Landschaft wirkt besonders mystisch. Eine Bootsfahrt lohnt sich deshalb bei fast jedem Wetter.

 

Weitere Informationen findest du auf der offiziellen Website von Visit Fiordland oder auf der Website des Department of Conservation (DOC).

Kurz vor 9:00 Uhr machten wir uns schließlich fertig. Obwohl die Sonne schien, zogen wir uns vorsichtshalber warm an, denn wir wussten, dass es draußen auf dem Wasser ziemlich frisch und windig werden konnte. Anschließend liefen wir Richtung Milford Sound Visitor Terminal. Der Weg führte unter anderem über einen Holzsteg und schon hier hatten wir einen wunderschönen Blick über das ruhige Wasser auf die umliegenden Berge. Besonders der markante Mitre Peak fiel sofort ins Auge. Das Wasser lag an diesem Morgen teilweise spiegelglatt in der Bucht und natürlich musste ich hier schon die ersten Fotos machen.

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Am Terminal gingen wir zum Schalter von Pure Milford, wo wir unsere Bordkarten bekamen. Viel Zeit blieb gar nicht mehr, denn schon kurze Zeit später konnten wir zum Steg und auf unser Schiff. Natürlich wollten fast alle gleich nach oben auf das Außendeck, aber auch wir fanden noch einen schönen Platz mit guter Aussicht.

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Pünktlich um 9:30 Uhr legten wir ab und langsam entfernten wir uns vom Terminal. Vor uns öffnete sich der Milford Sound mit seinen steilen Felswänden und hohen Bergen. Direkt am Anfang kamen wir an den Bowen Falls vorbei, die wir auf der Rückfahrt noch einmal aus einer anderen Perspektive sehen sollten.

Anfangs hatten wir Rückenwind und oben auf dem Außendeck war es überraschend angenehm. Die Felswände ragten teilweise fast senkrecht aus dem Wasser und immer wieder liefen kleinere Wasserfälle über die dunklen Felsen. Auf den Fotos kam überhaupt nicht richtig heraus, wie hoch die Berge und Wasserfälle tatsächlich waren. Erst vom Schiff aus bekam man ein Gefühl für die Dimensionen.

Zwischendurch erzählte der Kapitän immer wieder etwas über den Milford Sound, die Landschaft sowie die Pflanzen- und Tierwelt. Wir fuhren an verschiedenen markanten Punkten und Wasserfällen vorbei und durch die Sonne bildete sich in der Gischt hin und wieder sogar ein Regenbogen.

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Wir hatten an diesem Tag wirklich Glück mit dem Wetter. Der Himmel war überwiegend blau und die Sonne ließ die Berge noch einmal ganz anders wirken. Dafür gab es vermutlich weniger von den vielen temporären Wasserfällen zu sehen, für die der Milford Sound gerade nach starkem Regen bekannt ist. Aber darüber konnten wir uns nun wirklich nicht beschweren.

Je näher wir der Tasmansee kamen, desto unruhiger wurde das Wasser und das Schiff schaukelte etwas mehr. Für mich war es aber noch absolut in Ordnung. Ich blieb sowieso lieber draußen, denn dort wurde mir nicht so schnell übel. Am Ausgang des Fjords drehte das Schiff schließlich um und der Kapitän warnte uns vorher noch, alles gut festzuhalten, was wegfliegen konnte. Jetzt merkten wir auch warum. Auf der Rückfahrt hatten wir den Wind von vorne und plötzlich wurde es richtig kalt. Ich war froh, dass ich mich so warm angezogen hatte. Spätestens jetzt waren Mütze und windfeste Kleidung Gold wert und einige Passagiere hatten sich bereits nach drinnen verzogen.

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Auf der anderen Seite des Fjords ging es wieder an verschiedenen Wasserfällen vorbei. Besonders beeindruckend waren die Stirling Falls. Das Schiff fuhr ziemlich nah an den Wasserfall heran und natürlich bekamen alle, die draußen stehen blieben, ordentlich Gischt ab. Genau dafür waren wir aber schließlich hier und ein bisschen nass werden gehörte einfach dazu.

Später kamen wir noch einmal an den Bowen Falls vorbei, bevor es langsam zurück zum Terminal ging. Nach dem Anlegen liefen wir noch über den Steg weiter nach vorne. Mittlerweile stand die Sonne höher und vieles, was am frühen Morgen noch im Schatten gelegen hatte, war jetzt schön beleuchtet. Von hier hatten wir noch einmal einen richtig tollen Blick zurück in den Milford Sound. Anschließend schlenderten wir zurück zum Camper.

Mein Tipp: Auch bei schönstem Sonnenschein solltet ihr für eine Bootstour auf dem Milford Sound warme, windfeste und am besten auch wasserdichte Kleidung mitnehmen. Ich war über meine Mütze wirklich froh, denn gerade auf der Rückfahrt wurde es durch den Gegenwind richtig kalt. Bei Regen sieht der Milford Sound mit seinen vielen Wasserfällen bestimmt noch einmal ganz anders aus, dann sind gute Regenkleidung und feste Schuhe natürlich umso wichtiger. Wer auf Schiffen schnell Probleme mit dem Magen bekommt, sollte eventuell auch an Reisetabletten denken, denn spätestens in Richtung Tasmansee kann das Wasser etwas unruhiger werden. Auch Mückenspray würde ich einpacken, da die Sandflies rund um den Milford Sound ziemlich lästig sein können.

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Wenn es zeitlich passt, würde ich eine Tour am Morgen oder frühen Vormittag wählen. Wir waren mit unserer Tour um 9:30 Uhr sehr zufrieden und hatten vor der Abfahrt noch genügend Zeit, ganz in Ruhe im Camper zu frühstücken. Für die Anreise solltet ihr trotzdem ausreichend Zeit einplanen, denn entlang der Milford Road kann es immer wieder zu Verzögerungen kommen und vom Parkplatz müsst ihr auch noch ein Stück bis zum Visitor Terminal laufen. Informiert euch am besten vorher über die aktuellen Parkmöglichkeiten und Gebühren und seid rechtzeitig zum Einchecken am Terminal.

Bevor wir die Milford Road wieder zurückfuhren, hielten wir etwas später an einem Parkplatz in der Nähe  der Donne River Bridge. Dort machten wir erst einmal etwas zu essen und tranken einen Kaffee.

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Auf der Rückfahrt wollten wir uns nun für die Milford Road deutlich mehr Zeit lassen. Unser erster Stopp war bei The Chasm. Vom Parkplatz liefen wir durch den Wald Richtung Cleddau River. Der Fluss hat sich hier über Jahrtausende seinen Weg durch den Fels gebahnt und dabei die Steine teilweise rund und glatt geschliffen. Leider konnten wir bei unserem Besuch nicht mehr den kompletten ursprünglichen Weg gehen, da ein Teil nach schweren Unwettern beschädigt worden war. Trotzdem hörte man das Wasser schon von Weitem laut rauschen und bekam zumindest einen Eindruck davon, mit welcher Kraft es hier durch die Felsen fließt.

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Fast interessanter als The Chasm waren für uns allerdings zwei Keas, die sich auf dem Parkplatz herumtrieben. Die neugierigen Bergpapageien waren überhaupt nicht scheu und einer kam unserem Camper ziemlich nahe. Keas sind dafür bekannt, alles ganz genau zu untersuchen und dabei auch gerne einmal an Scheibenwischern, Gummidichtungen oder anderen Dingen herumzuzupfen. Füttern sollte man sie auf keinen Fall, auch wenn sie noch so interessiert schauen.

Wir fuhren weiter und kamen wenig später wieder zum Homer Tunnel. Dieses Mal hatten wir weniger Glück und mussten an der Ampel warten, was aber nicht schlimm war. Eine Anzeige zeigte an, wie lange es noch dauerte, und so nutzte ich die Gelegenheit, kurz auszusteigen und ein paar Fotos zu machen. Was für ein Unterschied zum Morgen. Jetzt lag die Bergwelt in der Sonne und wir hatten einen wunderschönen Blick in das Tal.

Nach dem Tunnel machten wir noch einen Stopp bei Monkey Creek. Mit dem klaren Fluss im Vordergrund und den hohen Bergen dahinter war auch das wieder einer dieser Fotostopps, für die sich die Milford Road wirklich lohnt. Unser letzter Halt war schließlich bei den Christie Falls. Wir parkten am Straßenrand und liefen hinüber zum Wasserfall, den man bereits von der Straße aus gut sehen konnte. Danach ging es endgültig zurück zum Cascade Creek Campsite.

Dort legte sich Tom erst einmal hin, denn er war nicht richtig fit. Ich wollte es mir dagegen gemütlich in der Sonne vor dem Camper machen. Eigentlich eine schöne Vorstellung, aber ich hatte die Rechnung ohne die Sandflies gemacht. Obwohl ich mich eingecremt hatte, ließen mich die kleinen Biester überhaupt nicht in Ruhe und ich wurde ordentlich zerstochen. Irgendwann gab ich auf und flüchtete zurück in den Camper.

 

Als Tom gegen später wieder wach war, wechselten wir sogar noch unseren Stellplatz und stellten uns etwas weiter weg vom Fluss. Dort war es mit den Sandflies tatsächlich ein bisschen besser. Da inzwischen auch der Wind nachgelassen hatte, konnten wir draußen kochen und mit den letzten Sonnenstrahlen noch vor dem Camper essen. Lange hielt es uns allerdings nicht draußen. Sobald die Sonne weg war, wurde es wieder richtig kalt und wir verzogen uns in den Camper.

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