
Neuseeland 2026 • Tag 14 •
Von Queenstown über Te Anau
in den Fiordland National Park
Reisedatum 26.02.2026
Ich wurde heute Morgen vom Regen, der auf den Camper trommelte, wach. Wir wollten sowieso früher aufstehen, da es heute für uns weiterging. Nach dem Frühstück packten wir alles zusammen und nutzten noch einmal die Dumpstation hier auf dem Campground, um das Abwasser zu leeren und Frischwasser aufzufüllen. Die nächsten drei Tage wollten wir wieder auf einem kleinen Campground ohne Versorgung stehen, den ich gestern schon gebucht hatte.
Als alles erledigt war, ging es los. In Queenstown standen wir erst einmal 20 Minuten im Stau, bevor wir auf den State Highway 6 abbogen. Die Straße führte immer am östlichen Ufer des Lake Wakatipu entlang. Leider regnete es immer noch und die Aussicht war nicht so toll. An einem Lookout hielten wir kurz an, aber man sah nicht sehr viel.
Kurz vor Kingston verließen wir den Lake Wakatipu. Wir ließen die Region Otago hinter uns und fuhren weiter nach Southland in den äußersten Süden der neuseeländischen Südinsel. Während Otago unter anderem für Queenstown, die Bergwelt und die großen Seen bekannt ist, begann mit Southland eine noch dünner besiedelte und ursprüngliche Region. Hier liegen auch der Fiordland National Park und der berühmte Milford Sound.

Unterwegs kamen wir wieder an vielen Schafherden und Hirschfarmen vorbei und auch sonst war die Gegend stark von Landwirtschaft geprägt. Die Landschaft wurde flacher und sanfte Hügel bestimmten das Bild. Immer wieder zogen Regenschauer durch und der Wind war teilweise so stark, dass unser Camper ordentlich durchgeschüttelt wurde.
In Five Rivers wechselten wir auf den State Highway 97 bis Mossburn und anschließend auf den State Highway 94 Richtung Te Anau. In Mossburn tankten wir unseren Camper noch einmal, denn je näher man dem Milford Sound kommt, desto teurer wird der Sprit. Ich nutzte dafür immer die App Gaspy. Hier konnte man die aktuellen Preise der verschiedenen Tankstellen sehen und sich so eine günstigere Tankstelle heraussuchen.

Von Mossburn führte die Straße weiter durch offene Farmlandschaften bis nach Te Anau am gleichnamigen See. Hier stoppten wir erst einmal für eine kleine Pause, weil wir einen Kaffee trinken und etwas essen wollten. Bei Google hatte ich Wild Crumb by Elsa’sGoodies gefunden und das war wirklich ein Glücksgriff. Das Café mit Bäckerei hatte eine riesige Auswahl und wir konnten uns kaum entscheiden, was wir essen wollten. Wir hatten auch Glück und fanden noch einen Platz an einem der wenigen Tische. Wenn ihr in Te Anau seid, müsst ihr diesen wunderbaren Laden unbedingt unterstützen. Die Backwaren waren wirklich köstlich und der Cappuccino hervorragend.
Im Anschluss ging es über den Te Anau–Milford Highway, besser bekannt als Milford Road, weiter Richtung Milford Sound. Die Straße verlief zunächst recht unspektakulär am Ufer des Lake Te Anau entlang und führte anschließend in den Fiordland National Park.
Fiordland National Park – Fjorde, Regenwald und wilde Berglandschaften
Der Fiordland National Park liegt im Südwesten der Südinsel Neuseelands und gehört mit einer Fläche von mehr als 12.000 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks des Landes. Gemeinsam mit dem Aoraki/Mount Cook National Park, dem Westland Tai Poutini National Park und dem Mount Aspiring National Park gehört er seit 1990 zum UNESCO Weltnaturerbe „Te Wāhipounamu“.
Die Landschaft des Fiordland National Parks wurde über Jahrtausende von mächtigen Gletschern geformt. Zurückgeblieben sind tiefe Fjorde, steile Felswände, dichte Regenwälder, unzählige Wasserfälle und eine nahezu unberührte Bergwelt. Insgesamt gibt es hier 14 Fjorde, von denen der Milford Sound und der Doubtful Sound die bekanntesten sind. Obwohl sie als „Sounds“ bezeichnet werden, handelt es sich geologisch gesehen um Fjorde, die während der Eiszeiten von Gletschern geformt wurden.
Zu den bekanntesten Zielen im Fiordland National Park gehören der Milford Sound und der etwas abgelegenere Doubtful Sound. Besonders der Milford Sound zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Neuseelands und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Mehr über den Milford Sound und unsere Bootsfahrt erfährst du in unserem Bericht vom nächsten Tag.
Auch für Wanderer ist der Fiordland National Park ein echtes Paradies. Gleich drei der berühmten Great Walks Neuseelands führen durch die Region: der Milford Track, der Routeburn Track und der Kepler Track. Daneben gibt es zahlreiche kürzere Wanderungen, die sich gut mit einer Fahrt zum Milford Sound verbinden lassen.
Unser Tipp: Plant für die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound deutlich mehr Zeit ein, als die reine Fahrzeit von etwa zwei Stunden vermuten lässt. Die Straße führt vorbei an Seen, durch weite Täler und dichten Regenwald bis hinein in die beeindruckende Bergwelt des Nationalparks. Entlang der Milford Road gibt es zahlreiche schöne Aussichtspunkte und kurze Wanderungen, für die sich ein Stopp lohnt. Denkt auch daran, dass Te Anau der letzte größere Ort ist, um zu tanken und sich mit Lebensmitteln und anderen Vorräten einzudecken. Im Milford Sound selbst gibt es nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Versorgung.
Fiordland gehört außerdem zu den regenreichsten Regionen Neuseelands. Gerade nach Regenfällen sind die zahlreichen Wasserfälle besonders beeindruckend, sodass sich ein Besuch auch bei weniger perfektem Wetter lohnt.
Weitere Informationen findest du auf der Website von Destination Fiordland oder auf der offiziellen Website des Department of Conservation (DOC).
In Te Anau Downs verließ die Straße den See und es ging weiter durch das breite Tal des Eglinton River. Man konnte kaum glauben, dass uns am Ende dieser Straße ein Fjord mit hohen Bergen erwartete, denn noch war die Landschaft weit und relativ eben. Langsam wurde es bergiger und kurviger, aber die Straße ließ sich weiterhin gut fahren. Entlang der Strecke gab es einige Aussichtspunkte und Fotostopps. Da das Wetter allerdings nicht besonders gut war, fuhren wir dieses Mal daran vorbei. Wir hofften einfach, bei der Rückfahrt noch Gelegenheit dazu zu haben.
Kurz vor dem Lake Gunn erreichten wir schließlich den Abzweig zum Cascade Creek Campsite. Über eine kurze Zufahrt kamen wir zum Campingplatz, der wunderschön am Eglinton River liegt. Da wir noch recht früh dran waren, konnten wir uns einen guten Platz aussuchen.
Nachdem wir unsere Site bezogen hatten, bekamen wir auch gleich Besuch. Eine Wekaralle, von den Neuseeländern einfach Weka genannt, spazierte mit ihren kleinen flauschigen Küken über den Campingplatz. Auf den ersten Blick könnte man die braunen, flugunfähigen Vögel fast mit einem Kiwi verwechseln. Im Gegensatz zum scheuen und nachtaktiven Kiwi sind Wekas allerdings auch tagsüber unterwegs und ziemlich neugierig. Wir konnten die kleine Familie eine ganze Weile aus nächster Nähe beobachten und natürlich musste ich gleich ein paar Fotos machen. Die kleinen Wekas waren aber auch wirklich süß.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Camper. Das Wetter war nicht besonders gut und draußen war es ziemlich kalt, sodass wir nichts mehr unternehmen wollten. Abends kochten wir noch gemütlich und machten es uns anschließend im Camper bequem. Bei dem Wetter war das für uns aber auch völlig in Ordnung.

Unsere Unterkunft im Fiordland Nationalpark
Cascade Creek Campsite (DOC)
Der Cascade Creek Campsite ist einer der nächstgelegenen Campingplätze zum Milford Sound und liegt direkt an der Milford Road am südlichen Ende des Lake Gunn. Der sehr große DOC-Campingplatz verteilt sich auf mehrere weitläufige Areale und ist auch für größere Wohnmobile gut geeignet.
Besonders schön ist die Lage mitten im Fiordland National Park. Der Campingplatz liegt in einem weiten Tal, umgeben von Bergen und Natur, und bietet eine tolle Kulisse für eine Übernachtung auf dem Weg zum Milford Sound.
Die Ausstattung ist, wie bei einem DOC-Campingplatz üblich, eher einfach. Es gibt Toiletten, aber keine Duschen und keine Stromanschlüsse. Außerdem gibt es überdachte Bereiche mit Sitzmöglichkeiten, in denen man sich aufhalten und sein Essen zubereiten kann. Abfalltonnen gibt es nicht, den eigenen Müll muss man daher wieder mitnehmen.
Direkt am Campingplatz startet der kurze Lake Gunn Nature Walk, der durch einen ursprünglichen Wald bis zum Lake Gunn führt.
Der Campingplatz sollte unbedingt im Voraus online gebucht werden. Die Bezahlung erfolgt direkt bei der Buchung. Da es in dieser Region keinen beziehungsweise nur sehr eingeschränkten Mobilfunkempfang gibt, sollte man die Buchungsbestätigung am besten vorher auf dem Handy speichern.
Wir haben pro Nacht 36 NZD gezahlt
Weitere Infos und Buchung auf der Website des Department of Conservation (DOC)




