
Valencia entdecken
und endlich sind alle zusammen
Reisedatum 24.07.2026
Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Altstadt machten wir uns auf den Weg zu unserem Treffpunkt vor der Llotja de la Seda. Dort wartete Susanna bereits auf uns und es gab gleich das nächste herzliche Wiedersehen mit ehemaligen Gastschülern von Mark und Johnny. Es war wirklich schön, wie unsere Gruppe von Tag zu Tag größer wurde.

Gemeinsam mit Susanna besichtigten wir anschließend die Llotja de la Seda, die Seidenbörse von Valencia. Das beeindruckende gotische Gebäude entstand zwischen 1482 und 1533 und erinnert an die Zeit, als Valencia eine der bedeutendsten Handelsstädte am Mittelmeer war. Früher wurden hier vor allem Seide und andere wertvolle Waren gehandelt. Seit 1996 gehört die Llotja de la Seda zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Besonders beeindruckend fand ich die große Säulenhalle, den Salón de Contratación. Die hohen, spiralförmig gedrehten Säulen verzweigen sich oben in das Gewölbe und lassen den Raum fast wie einen steinernen Palmenwald wirken. Wenn man sich vorstellt, dass hier vor Jahrhunderten Kaufleute ihre Geschäfte abschlossen, bekommt der Raum noch einmal eine ganz andere Wirkung. Wir schauten uns in Ruhe um und natürlich machte ich hier wieder jede Menge Bilder.

Von der Seidenbörse ging es weiter durch die kleinen Straßen der Altstadt. Susanna zeigte uns dann die Iglesia de San Martín Obispo y San Antonio Abad. Allein wären wir an dieser Kirche vermutlich vorbeigelaufen, denn von außen wirkte sie zwischen den umliegenden Häusern eher unscheinbar. Im Inneren überraschte sie uns dafür mit ihrer prachtvollen barocken Ausstattung, zahlreichen Fresken und kunstvollen Verzierungen. Es ist einfach schön, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der Valencia kennt und einem auch Sehenswürdigkeiten abseits der typischen Touristenroute zeigt.

Unser nächstes Ziel war der Mercat Central und darauf hatte ich mich besonders gefreut. Ich liebe Markthallen und könnte dort stundenlang zwischen den einzelnen Ständen herumlaufen. Schon das Gebäude selbst mit seiner großen Kuppel aus Glas und Eisen ist sehenswert. Der Mercat Central zählt zu den größten Frischwarenmärkten Europas und in der riesigen Halle findet man alles, was man sich von einem spanischen Markt vorstellt: Obst und Gemüse, Schinken, Käse, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und natürlich jede Menge andere Leckereien.
Wie schon in der Markthalle in Barcelona mussten wir natürlich auch hier einiges ausprobieren. An den vielen Ständen gab es ständig etwas Neues zu entdecken und bei manchen Sachen musste man einfach probieren. Genau das gehört für mich bei einem Besuch einer solchen Markthalle einfach dazu.

Da es inzwischen wieder richtig heiß geworden war, legten wir am Mittag erst einmal eine Pause ein. Für den späten Nachmittag war eine Fahrradtour durch die Ciutat de les Arts i les Ciències geplant, an der jeder teilnehmen konnte, der Lust darauf hatte. Lukas und ich entschieden uns allerdings dagegen. Wir wollten lieber zu Fuß durch die Anlage laufen, denn zum Fotografieren hat man so einfach mehr Zeit und kann anhalten, wo man möchte.
Mit einem Uber fuhren wir deshalb später zur Ciutat de les Arts i les Ciències und ließen uns am Oceanogràfic absetzen. Von dort machten wir uns ganz gemütlich zu Fuß auf den Weg durch die weitläufige Anlage.
Schon nach den ersten Metern war ich von der Architektur begeistert. Durch die futuristischen Gebäude, die großen Wasserflächen und die vielen geometrischen Formen hatte man ständig neue Fotomotive. Je nachdem, von welcher Seite man die Gebäude betrachtete, wirkten sie wieder völlig anders. Geschwungene Linien wechselten sich mit spitzen Formen, riesigen weißen Bögen und Glasflächen ab, während sich vieles zusätzlich im türkisfarbenen Wasser spiegelte. Für mich war das fotografisch eines der Highlights in Valencia.
Die Ciutat de les Arts i les Ciències, die Stadt der Künste und Wissenschaften, entstand im ehemaligen Flussbett des Turia und wurde vor allem vom valencianischen Architekten Santiago Calatrava geprägt. Zu dem riesigen Komplex gehören unter anderem ein Wissenschaftsmuseum, das Opernhaus Palau de les Arts, das Hemisfèric sowie das Oceanogràfic, eines der größten Aquarien Europas. Wir besichtigten die Gebäude an diesem Nachmittag allerdings nicht von innen. Uns reichte es völlig, durch die Anlage zu schlendern und die außergewöhnliche Architektur von außen zu betrachten.

Langsam wurde es Zeit, weiterzugehen, denn am Abend stand der eigentliche Höhepunkt unseres Reunion-Wochenendes bevor. Wir liefen zum Restaurant, in dem heute das große gemeinsame Treffen stattfinden sollte. Nach und nach kamen die anderen dazu und schließlich trafen auch die letzten ehemaligen Gastschüler mit ihren Eltern ein. Damit war unsere Runde endlich komplett.
Von insgesamt 21 Gastkindern, die im Laufe der Jahre bei Mark und Johnny gelebt hatten, waren 13 bei diesem Reunion dabei. Natürlich durfte jetzt ein großes Gruppenfoto nicht fehlen. Wenn man alle so zusammenstehen sah, wurde einem erst richtig bewusst, wie groß diese internationale Familie im Laufe der Jahre geworden ist. Genau das machte dieses Treffen für mich so besonders und ich freue mich schon auf die Treffen in den nächsten Jahren.
Mark und Johnny liegt es bis heute sehr am Herzen, den Kontakt zu ihren ehemaligen Gastkindern zu halten und sie immer wieder zusammenzubringen. Ich finde es unglaublich schön, wie viel Mühe die beiden sich damit geben. Aus den einzelnen Austauschjahren sind über die Jahre Freundschaften entstanden, die weit über die eigentliche Zeit als Gastfamilie hinausgehen.
Beim gemeinsamen Abendessen saßen wir lange zusammen, erzählten, lachten und genossen es einfach, dass wir endlich alle beisammen waren. Mark und Johnny sagten noch ein paar Worte und natürlich gab es auch wieder unser obligatorisches Reunion-T-Shirt. Mittlerweile gehört es einfach zu unseren Treffen dazu und ist jedes Mal eine schöne Erinnerung.
Später teilte sich die Gruppe dann langsam auf. Während die jüngere Generation noch weiterzog, um gemeinsam Valencia unsicher zu machen, machten wir Eltern uns irgendwann auf den Weg zurück in unsere Hotels. Hinter uns lag ein langer Tag mit vielen Eindrücken, aber vor allem mit ganz besonderen Begegnungen.





























