
Vom Oceanogràfic bis zum
Feuerwerk durch Valencia
Reisedatum 25.07.2026
Nach den langen Tagen zuvor ließen wir es am Samstagmorgen erst einmal etwas gemütlicher angehen und schliefen aus. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum gemeinsamen Frühstück. Der Vormittag stand heute zur freien Verfügung und jeder konnte selbst entscheiden, was er unternehmen wollte.
Ein Teil unserer Gruppe hatte genauso wie wir Lust, das Oceanogràfic Valencia zu besuchen. Also bestellten wir uns ein Uber und trafen uns mit den anderen direkt vor dem Eingang. Die riesige Anlage hatten Lukas und ich am Vortag bei unserem Spaziergang durch die Ciutat de les Arts i les Ciències bereits von außen gesehen, heute wollten wir uns nun auch im Inneren umschauen.
Oceanogràfic Valencia – eine Reise durch die Weltmeere
Das Oceanogràfic Valencia ist eines der bekanntesten Highlights der Ciutat de les Arts i les Ciències und gilt als größtes Aquarium Europas. Auf einer Fläche von rund 110.000 Quadratmetern werden verschiedene Meeresökosysteme aus aller Welt dargestellt – vom Mittelmeer über tropische und gemäßigte Meere bis hin zu den Polarregionen.
In den zahlreichen Aquarien und Anlagen leben mehrere Hundert verschiedene Tierarten, darunter Haie, Rochen, Meeresschildkröten, Pinguine, Seelöwen und Belugawale. Besonders beeindruckend sind die langen Unterwassertunnel, durch die man mitten durch riesige Becken läuft, während Haie und andere Meeresbewohner direkt über den Köpfen hinwegschwimmen.
Kleiner Tipp: Für einen Besuch sollte man mehrere Stunden einplanen, denn die Anlage ist deutlich größer, als sie auf den ersten Blick wirkt. Wer sich die verschiedenen Bereiche in Ruhe ansehen möchte, kann hier problemlos einen halben Tag verbringen.
Wir liefen durch die verschiedenen Bereiche und kamen dabei an unzähligen Aquarien vorbei. Besonders schön fand ich die großen Becken, in denen man die Fische aus nächster Nähe beobachten konnte. Immer wieder gab es etwas Neues zu entdecken, von kleinen bunten Fischen und Quallen bis hin zu Rochen und anderen großen Meeresbewohnern. Ein Highlight waren natürlich die langen Unterwassertunnel. Während wir hindurchliefen, schwammen die Fische direkt neben und über uns hinweg. Man wusste teilweise gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte.
Zwischendurch führte unser Weg immer wieder nach draußen. Auch dort gab es verschiedene Bereiche mit Tieren und Wasserflächen, sodass sich das Oceanogràfic viel weitläufiger anfühlte, als ich zunächst gedacht hatte.

Leider hatten wir für unseren Besuch nicht ganz so viel Zeit, wie man hier eigentlich gebrauchen könnte. Das Oceanogràfic ist wirklich riesig und wenn man sich alles in Ruhe anschauen möchte, sollte man dafür mehrere Stunden einplanen. Für uns wurde es irgendwann Zeit, wieder aufzubrechen, denn am Nachmittag wartete bereits der nächste Programmpunkt.
Mit einem Uber fuhren wir zurück zum Hotel, machten uns kurz frisch und trafen uns anschließend wieder mit den anderen am Mercat Central. Dort wartete Susanna zusammen mit einer Freundin auf uns, die uns an diesem Nachmittag durch die historische Altstadt von Valencia führte. Das war natürlich perfekt, denn so bekamen wir nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern erfuhren unterwegs auch einiges über die Geschichte der Stadt.
Gemeinsam schlenderten wir durch die kleinen Gassen der Ciutat Vella, der historischen Altstadt Valencias. Hier liegen viele der bedeutendsten Bauwerke der Stadt dicht beieinander und man findet immer wieder kleine Plätze, Kirchen und wunderschöne alte Häuser. Valencia blickt immerhin auf eine mehr als 2.000-jährige Geschichte zurück und wurde bereits 138 v. Chr. von den Römern gegründet. Später hinterließen auch die Mauren und schließlich die Christen ihre Spuren in der Stadt.
Unterwegs blieben wir immer wieder stehen und unsere Stadtführerin erzählte uns etwas zu den Gebäuden und zur Geschichte Valencias. Genau solche Führungen mag ich besonders gerne. Wenn jemand die Stadt kennt und kleine Geschichten dazu erzählen kann, nimmt man vieles ganz anders wahr, als wenn man einfach nur daran vorbeiläuft. Natürlich blieb trotzdem genügend Zeit für Fotos und das ein oder andere Gruppenbild.
Unser Weg führte uns schließlich zu den Torres de Serranos, einem der bekanntesten Wahrzeichen Valencias. Die beiden mächtigen Türme stammen aus dem 14. Jahrhundert und gehörten früher zur mittelalterlichen Stadtmauer. Sie bildeten eines der wichtigsten Stadttore und waren für viele Reisende der Zugang nach Valencia. Heute gehören sie zu den wenigen noch erhaltenen Toren der ehemaligen Stadtbefestigung.

Von hier liefen wir weiter durch die Altstadt und kamen schließlich in die Gegend rund um die Plaza de la Virgen. Der Platz gehört für mich zusammen mit der Plaza de la Reina zu den schönsten Plätzen Valencias. Rundherum befinden sich einige der bedeutendsten historischen Gebäude der Stadt, darunter die Kathedrale von Valencia, die Basílica de la Virgen de los Desamparados und der Palau de la Generalitat.
Auch an der Kathedrale kamen wir vorbei. Dieses Mal schauten wir sie allerdings nur von außen an, denn für eine ausführliche Besichtigung blieb uns heute keine Zeit. Das wollten wir später auf jeden Fall noch nachholen. Zwischendurch führte unser Weg immer wieder durch kleine Gassen und über schöne Plätze. Gerade diese Mischung gefiel mir richtig gut. Hinter jeder Ecke sah es wieder ein bisschen anders aus und ich hätte wahrscheinlich noch ewig weiter durch die Altstadt laufen und fotografieren können.
Nach der Stadtführung machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Abendessen. Nach so vielen Kilometern durch Valencia tat es gut, einfach eine Weile zu sitzen und den Abend gemütlich mit den anderen zu verbringen. Susanna hatte ein schönes Restaurant ausgesucht, in dem wir hervorragend zu Abend aßen.

Unser Tag war jedoch noch lange nicht vorbei. Gegen 23 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt, denn dort sollte an diesem Abend ein ganz besonderes Spektakel stattfinden.
Correfoc bei der Gran Fira de València
Ein besonders spektakuläres Erlebnis während der Gran Fira de València ist der Correfoc. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „Feuerlauf“ und bezeichnet eine katalanisch-valencianische Tradition, bei der als Teufel und Dämonen verkleidete Gruppen mit Feuerwerkskörpern durch die Straßen ziehen.
Begleitet von Trommeln, Musik und jeder Menge Funken tragen die sogenannten Dimonis Stäbe und Konstruktionen, an denen sich Feuerwerkskörper drehen und ihre Funken über die Straße regnen lassen. Das Besondere: Die Zuschauer stehen nicht nur am Rand, sondern können sich mitten ins Geschehen wagen und unter dem Funkenregen mitlaufen. Wer das möchte, sollte allerdings lange Kleidung aus Baumwolle und eine Kopfbedeckung tragen.
In Valencia findet der Correfoc im Rahmen der sommerlichen Gran Fira de València statt, die jedes Jahr im Juli mit zahlreichen Konzerten, Umzügen, Feuerwerk und traditionellen Veranstaltungen gefeiert wird. Der Correfoc gehört dabei zu den eindrucksvollsten Programmpunkten.
Schon als wir uns der Strecke näherten, merkten wir, dass hier einiges los war. Die Straßen waren voller Menschen und kurz darauf tauchten die ersten mit Feuerwerkskörpern bestückten Figuren auf. Überall sprühten Funken, es knallte, qualmte und die Teilnehmer bewegten sich mitten durch die Menschenmenge. Teilweise standen wir ziemlich nah am Geschehen und konnten das Spektakel aus nächster Nähe beobachten.
Ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen und fand es faszinierend. Gerade die Mischung aus Feuer, Rauch, Musik und den vielen Menschen sorgte für eine ganz besondere Stimmung. In Spanien und vor allem in Valencia scheint Feuerwerk sowieso noch einmal einen ganz anderen Stellenwert zu haben als bei uns.
Wir liefen mit den Menschen weiter in Richtung Porta de la Mar, wo gegen Mitternacht das große Finale stattfand. Noch einmal wurde richtig aufgefahren und unzählige Feuerwerkskörper erhellten über uns den Nachthimmel. Das spektakuläre Finale bildete den Abschluss des Correfoc und war Teil der Feierlichkeiten der Gran Fira de València.
Damit ging ein weiterer langer, aber unglaublich abwechslungsreicher Tag zu Ende. Morgens waren wir noch zwischen Fischen und Unterwassertunneln unterwegs gewesen, am Nachmittag hatten wir viel über die Geschichte Valencias erfahren und wenige Stunden später standen wir mitten zwischen Feuer, Rauch und Funken. Langweilig wurde es uns bei dieser Reunion wirklich nicht.

























