Ein letzter Tag in Valencia und Abschied
von unserer Reunion-Familie
Reisedatum 27.07.2026

Ein letztes Mal trafen wir uns mit den anderen zum gemeinsamen Frühstück. Inzwischen war unsere große Runde allerdings schon deutlich kleiner geworden, denn die meisten waren am Morgen bereits abgereist. Nach dem Frühstück gingen wir zurück ins Hotel und packten unsere Sachen zusammen. Am Abend ging unser Flug nach Hause und so mussten auch wir langsam ans Abreisen denken. Nachdem alles verstaut war, checkten wir aus und konnten unser Gepäck zum Glück noch bis zum Abend im Hotel unterstellen.
Anschließend trafen wir uns wieder mit den anderen und machten uns gemeinsam auf den Weg durch die Altstadt. Unser erstes Ziel war die Kathedrale von Valencia, an der wir bei unserer Stadtführung am Samstag bereits vorbeigekommen waren. Damals hatten wir sie allerdings nur von außen gesehen, und heute wollten wir uns endlich auch das Innere anschauen.
Die Catedral de Santa María de Valencia wurde ab dem 13. Jahrhundert an der Stelle einer ehemaligen Moschee errichtet. Da über mehrere Jahrhunderte immer wieder an ihr gebaut und verändert wurde, findet man heute verschiedene Baustile, von Romanik und Gotik bis hin zu Barock. Schon beim Betreten fiel mein Blick auf das hohe Kirchenschiff und die vielen Seitenkapellen. Wir ließen uns Zeit und schauten uns in Ruhe um. Überall gab es kunstvolle Altäre, Wandmalereien und kleine Kapellen zu entdecken, sodass ich natürlich auch hier wieder jede Menge Bilder machte.
Besonders sehenswert ist die Hauptkapelle mit ihren kunstvollen Wandmalereien und dem reich verzierten Altar. Überhaupt gab es in der Kathedrale jede Menge Details zu entdecken und wir liefen eine ganze Weile durch die verschiedenen Bereiche.
Etwas ganz Besonderes befindet sich jedoch in einer der Seitenkapellen: der Heilige Kelch, der Santo Cáliz. Bei dem aus Achat gefertigten Trinkgefäß soll es sich der Überlieferung nach um den Kelch handeln, den Jesus beim letzten Abendmahl benutzt haben soll. Ob es tatsächlich der Heilige Gral ist, lässt sich natürlich nicht beweisen. Der obere Teil des Kelches wird jedoch auf die Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. datiert und gehört damit tatsächlich in die entsprechende Epoche.
Der Heilige Kelch von Valencia
Der Santo Cáliz wird seit 1916 in einer eigenen Kapelle der Kathedrale von Valencia aufbewahrt. Besonders interessant ist, dass nicht der komplette heute sichtbare Kelch aus der Zeit Jesu stammt. Als möglicherweise ursprüngliches Trinkgefäß gilt lediglich die obere Schale aus Achat. Fuß, Griffe und Verzierungen wurden erst viele Jahrhunderte später ergänzt. Ob Jesus tatsächlich aus dieser Schale trank, kann niemand mit Sicherheit sagen. Trotzdem gilt sie als eine der bedeutendsten Reliquien der Kathedrale und wurde auch von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bei Messfeiern verwendet.

Nach der Besichtigung ging es wieder hinaus in die Altstadt. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen und über die schönen Plätze und ließen uns einfach noch ein bisschen treiben. Inzwischen kannten wir uns hier schon ganz gut aus und trotzdem gab es immer wieder neue Ecken zu entdecken.

Unser nächstes Ziel waren noch einmal die Torres de Serranos. Bei unserer Stadtführung am Samstag hatten wir die beiden mächtigen Türme bereits von außen gesehen, diesmal wollten wir auch nach oben. Die Torres de Serranos stammen aus dem 14. Jahrhundert und waren früher eines der wichtigsten Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer von Valencia.
Über mehrere Treppen ging es durch die alten Türme immer weiter nach oben. Zwischendurch konnten wir auf verschiedenen Ebenen hinausgehen und hatten immer wieder einen anderen Blick auf Valencia. Ganz oben angekommen wurden wir schließlich mit einem tollen Rundumblick über die Stadt belohnt. Auf der einen Seite lagen die Dächer der historischen Altstadt vor uns, auf der anderen blickten wir auf den Jardín del Turia, der sich wie ein grünes Band durch Valencia zieht.

Danach machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Hotel. Noch einmal liefen wir durch die Straßen und kleinen Gassen Valencias und genossen die letzten Eindrücke der Stadt. Unterwegs aßen wir noch eine Kleinigkeit, bevor es endgültig Zeit wurde, Abschied zu nehmen.
Irgendwann kam dann leider der Moment, vor dem wir uns die ganze Zeit ein bisschen gedrückt hatten. Wir mussten uns von Mark und Johnny verabschieden. Nach acht gemeinsamen Tagen fiel uns der Abschied natürlich nicht leicht. Gleichzeitig war es einfach schön, dass wir diese Reunion wieder gemeinsam erleben konnten und so viele ihrer ehemaligen Gastkinder aus verschiedenen Ländern zusammengekommen waren.

Wir gingen anschließend zurück zum Hotel, holten unser Gepäck und bestellten uns ein Uber zum Flughafen. Dort lief alles völlig unkompliziert. Das Gepäck war schnell aufgegeben und auch durch die Sicherheitskontrolle kamen wir ohne lange Wartezeit. Anschließend machten wir es uns am Gate gemütlich und warteten auf das Boarding.
Unser Flug war nicht ausgebucht und ich hatte sogar Glück und einen freien Platz neben mir. Nach den vielen langen Tagen kam mir das gerade recht. Der Flug verlief ruhig und schon rund zwei Stunden später landeten wir wieder in Stuttgart. Von dort ging es direkt nach Hause.

Damit gingen acht wunderschöne Tage in Barcelona und Valencia zu Ende. Natürlich hatten wir unglaublich viel gesehen und erlebt, aber das Schönste an dieser Reise waren für mich die vielen Wiedersehen. Mark und Johnny wiederzusehen, ehemalige Gastkinder wiederzutreffen, andere zum ersten Mal kennenzulernen und auch deren Eltern zu treffen, war schon etwas ganz Besonderes. Vor allem war es schön zu sehen, wie groß diese internationale Familie im Laufe der Jahre geworden ist.
Und wenn ich eines nach dieser Woche wusste, dann, dass dies ganz bestimmt nicht unsere letzte Reunion gewesen war. Ich freue mich jetzt schon auf unser nächstes Treffen.

















