
Kanada 2025 • Tag 15 •
Wanderung Berg Lake Trail
im Mount Robson Provincial Park
Reisedatum 23.07.2025
Mount Robson Provincial Park – das Tor zu den Rockies
Der Mount Robson Provincial Park liegt im Osten von British Columbia, direkt an der Grenze zu Alberta, und ist Teil der kanadischen Rocky Mountains. Er wurde bereits 1913 gegründet und ist damit einer der ältesten Provincial Parks der Provinz. Das Herzstück und namensgebende Highlight des Parks ist der Mount Robson, der mit 3.954 Metern der höchste Berg der kanadischen Rockies ist. Seine schneebedeckte Spitze ist oft wolkenverhangen – aber wenn er sich zeigt, ist der Anblick wirklich majestätisch.
Der Park umfasst eine Fläche von rund 2.200 km² und ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Canadian Rocky Mountain Parks. Dazu gehören neben ihm auch der Banff-, Jasper-, Yoho- und Kootenay-National Park. Bekannt ist das Schutzgebiet vor allem für seine alpine Wildnis, kristallklaren Seen, tief eingeschnittenen Täler und eindrucksvollen Gletscher. Besonders beliebt ist der mehrtägige Berg Lake Trail, der zu einem türkisblauen Gletschersee direkt unterhalb der Nordflanke des Mount Robson führt – ein echtes Highlight für Wanderfans und Naturfotografen.
Neben Wandern sind auch Camping, Tierbeobachtung und Kanufahren beliebte Aktivitäten im Park. Wer Glück hat, kann hier Elche, Bären oder Bergziegen in freier Wildbahn beobachten. Der Visitor Centre, direkt am Highway 16 gelegen, bietet nicht nur spannende Infos zur Region, sondern auch einen der besten Ausblicke auf den Mount Robson – bei gutem Wetter ein perfekter Fotospot.
Heute standen wir früh auf, denn wir wollten ganz nach hinten zum Parkplatz des Berg Lake Trailhead fahren, von wo aus unsere Wanderung starten sollte. Da ich nicht wusste, wie viel los sein würde, fuhren wir direkt dorthin, frühstückten erst einmal gemütlich vor Ort und machten uns fertig. Im Sommer sollte man hier nicht zu spät eintreffen, denn bis mittags ist der Parkplatz meist komplett belegt.
Unser Ziel war der Kinney Lake, der über den Berg Lake Trail erreichbar ist. Der Weg war mit 7 Kilometern angegeben. Das eigentliche Highlight hier ist jedoch die Mehrtageswanderung bis zum Berg Lake selbst. Die Route führt über rund 23 Kilometer (einfach) und etwa 800 Höhenmeter durch atemberaubende alpine Landschaft bis zum Fuße des mächtigen Mount Robson. Dafür braucht man allerdings eine Backcountry-Übernachtung, die im Voraus gebucht werden muss und die wenigen Plätze sind immer schnell vergeben. Interessant ist auch, dass Fahrräder bis zum Kinney Lake Campground erlaubt sind. So spart man sich 7 Kilometer Fußweg und läuft nur noch die restlichen 16 Kilometer bis zum Berg Lake.
Gegen 9:00 Uhr starteten wir bei bedecktem Himmel, aber immerhin trocken, unsere Wanderung zum Kinney Lake. Am Anfang führte ein breiter, gut gepflegter Weg leicht bergauf. Der Trail war ganz nach unserem Geschmack: meist am tosenden Robson River entlang und durch den Wald. Es war richtig schön zu laufen und das Rauschen des Wassers begleitete uns die ganze Zeit. Mit uns waren einige andere Wanderer unterwegs, und an deren großen Rucksäcken sah man sofort, dass sie heute weiter hinaufwollten als wir.

Nach 4 Kilometern kreuzten wir kurz vor dem See den Ablauf des Kinney Lake über eine Holzbrücke, und ein paar Meter weiter lag der See plötzlich vor uns. Wow – wie schön sah das aus! Der Berg spiegelte sich herrlich im klaren, stillen und türkisfarbenen Wasser und ich machte natürlich viele Fotos!

Nach weiteren 3 Kilometern durch den wunderschönen Wald erreichten wir den Kinney Lake Campground direkt am Ufer. Uns gefiel es bis dahin so gut, dass wir beschlossen, noch weiterzulaufen. Ab dem Campground wurde der Berg Lake Trail deutlich anspruchsvoller und bergiger, aber trotzdem sehr schön angelegt. Zwar erwischte uns ein kurzer Regenschauer, aber das machte uns nichts aus – dafür war die Landschaft einfach zu schön. Immer wieder hatten wir tolle Blicke auf die umliegenden Berge.
Nach insgesamt 11 Kilometern kamen wir dann am zweiten Campground, dem Whitehorn Campground, an. Hier gab es einen Unterstand mit Sitzgelegenheiten und sogar einen Ofen, an dem man sich wärmen konnte. Wir machten eine ausgiebige Pause und verspeisten unsere mitgebrachten Wraps, bevor wir frisch gestärkt denselben Weg zurückgingen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört, und wir hatten Glück und die Sonne kam sogar noch heraus. Zum Glück ging es jetzt nur noch bergab und wir konnten nochmal die unglaublich tolle Landschaft genießen. Am Camper angekommen, waren wir echt happy, denn die Tour war mit knapp 22 Kilometern länger als gedacht, und mit Pausen und Fotostopps waren wir fast 8 Stunden unterwegs.

Anschließend fuhren wir noch einmal ins Visitor Centre, wo es WLAN gab. Wir schickten ein kurzes Update nach Hause und genossen die tolle Aussichtsterrasse. Von hier hatte man einen fantastischen Blick auf den Mount Robson. Viele Fotografen versammelten sich hier (ich natürlich mittendrin 😉) und versuchten, das schönste Bild vom Berg zu machen. Anschließend gingen wir noch ins Café nebenan, tranken gemütlich Kaffee und gönnten uns einen kleinen Snack. Besonders schön war es, dass wir draußen im Garten mit Blick auf das Bergpanorama sitzen konnten.
Zurück am Campground machten wir uns frisch und kochten gleich unser Abendessen. Gegen später fing es leider an zu regnen, und wir machten es uns im Camper gemütlich.
Uns gefiel es im Mount Robson Provincial Park so gut, dass wir es wirklich bedauerten, nicht mehr Zeit hier zu haben. Vielleicht ergibt sich irgendwann noch einmal die Gelegenheit dazu. Der komplette Berg Lake Trail wäre bestimmt eine spannende mehrtägige Herausforderung. Die abwechslungsreiche Landschaft könnte man, mit etwas Wetterglück, sicher in vollen Zügen genießen.

















