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Blick auf das Jasper-Eingangsschild mit weiter Sicht entlang des Highways und den ersten Bergketten am Horizont.

Kanada 2025 • Tag 16 • 
Vom Mount Robson nach Jasper


Reisedatum 24.07.2025

Heute schliefen wir recht lange, wahrscheinlich hatten wir das nach dem gestrigen Tag auch gebraucht. Da wir heute nicht viel vorhatten, starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück vor dem Camper. Danach packten wir alles zusammen und liefen noch an den Fluss hinunter. Am Campground führte ein Weg direkt zum Thompson River, und von dort hatte man einen wunderschönen Blick auf den Mount Robson. Auf demselben Weg ging es dann wieder zurück zum Camper.

Unser heutiges Ziel war der erste National Park auf unserer Route – der Jasper National Park. Zuvor fuhren wir jedoch noch einmal zum Visitor Centre. Dort dumpten wir, füllten Frischwasser auf und tankten gleich noch. Außerdem nutzten wir das WLAN – auf dem Campground gab es keines – und schauten nach ein paar weiteren Informationen. Im Café, in dem wir gestern schon gewesen waren, tranken wir noch gemütlich einen Kaffee, bevor es dann weiter ging.

Nur ein paar Minuten später erreichten wir unseren ersten Stopp: die Overlander Falls. Sie lagen direkt am Highway 16 und waren über einen kurzen Waldweg leicht erreichbar. Der Parkplatz war leer, und so liefen wir entspannt das kurze Stück hinunter zu den Wasserfällen. Der Weg führte leicht bergab, und unten angekommen stand man direkt am Fraser River, wo das Wasser über Felsen stürzte. Der Wasserfall gehörte zwar nicht zu den höchsten oder spektakulärsten, hatte aber dennoch seinen Reiz. Der Name „Overlander“ erinnerte übrigens an eine Gruppe von Pionieren, die im 19. Jahrhundert zu Fuß und per Kanu von Manitoba nach British Columbia reiste – ein echtes Abenteuer in der damaligen Zeit. Nachdem wir genug gesehen hatten, liefen wir wieder zurück zum Camper. Insgesamt waren wir gut 45 Minuten unterwegs.

Die Fahrt auf dem Yellowhead Highway 16 Richtung Jasper führte uns weiter entlang des Fraser River. Das Wetter war herrlich und die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Am Moose Lake hielten wir kurz an. Viele waren dort mit kleinen Booten oder SUP-Boards unterwegs, und es sah einfach traumhaft aus.

Kurz darauf erreichten wir den Yellowhead Pass und überquerten die Grenze von British Columbia nach Alberta. Die Uhren stellten wir eine Stunde vor, da wir von der Pacific Time Zone in die Mountain Time Zone fuhren und jetzt hatten wir „nur noch“ acht Stunden Zeitverschiebung nach Deutschland. Keine fünf Minuten später passierten wir bereits den Parkeingang zum Jasper National Park. Dort konnte man entweder einen Park Pass kaufen oder seinen vorhandenen vorzeigen. Wir hatten Glück, denn im Sommer 2025 galt das Programm „Canada Strong Pass“ (20. Juni – 2. September), wodurch man in vielen National Parks keinen Eintritt zahlen musste.

Jasper National Park – Überblick

Der Jasper National Park wurde 1907 gegründet und ist mit fast 11.000 km² Fläche der größte National Park in den kanadischen Rocky Mountains. Neben dem Banff National Park zählt er zu den bekanntesten und beliebtesten Schutzgebieten Kanadas und ist ebenfalls Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Im Norden grenzt er an den Mount Robson Provincial Park, im Süden an den Banff National Park.

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Seen Maligne Lake und der weniger bekannte Leach Lake, Schluchten wie der Maligne Canyon, imposante Berge wie der Mount Edith Cavell sowie eine vielfältige Tierwelt. Häufig lassen sich Elche, Wapitis und Schwarzbären beobachten. Neben Wandern, Radfahren und Kanutouren bietet der Park auch heiße Quellen sowie Sternenbeobachtungen im Dark Sky Preserve. Ein weiteres Highlight ist das Columbia Icefield mit seinen gewaltigen Eisflächen, das über den Icefields Parkway erreichbar ist. Die kleine Ortschaft Jasper im Herzen des Parks dient als gemütlicher Ausgangspunkt für Ausflüge.

Im Sommer 2024 wurde der Jasper National Park von schweren Waldbränden heimgesucht. Am 22. Juli entzündeten Blitze mehrere Feuer, die sich bei großer Hitze und starkem Wind rasch ausbreiteten. Rund 25.000 Menschen mussten evakuiert werden, in der Stadt Jasper wurden 358 Gebäude zerstört. Insgesamt verbrannten mehr als 32.000 Hektar Land. Die Brände konnten erst im September 2024 unter Kontrolle gebracht werden und galten im Frühjahr 2025 offiziell als gelöscht. Mit geschätzten Schäden von rund 880 Millionen CAD zählen sie zu den schwersten Naturkatastrophen der Region. Heute sind die Spuren im Park noch sichtbar, doch die Natur beginnt sich langsam zu regenerieren.

In Jasper angekommen, sah man noch viele Spuren des großen Feuers: verbrannte Hänge und zerstörte Häuser. Gleichzeitig war es schön zu beobachten, wie viel schon wieder aufgebaut und verschönert wurde. Wir parkten und bummelten durch das Städtchen. Die Hauptstraße und einige Seitenstraßen im Ortszentrum waren vom Feuer verschont geblieben, und dort reihten sich Restaurants und Geschäfte mit touristischem Angebot aneinander. Es war schön zu sehen, dass trotz allem viele Besucher hierher kamen. Klar, Jasper ist das Tor zum Icefields Parkway, aber viele Attraktionen waren noch nicht geöffnet, da sie durch das Feuer zerstört wurden.

Am Info Center holte ich mir noch den Visitor Guide. Besonders praktisch: In der Mitte befand sich eine Übersichtskarte über den Icefields Parkway, auf der alle Sehenswürdigkeiten mit Kilometerangaben eingezeichnet waren. Normalerweise bekommt man eine ähnliche Karte auch direkt an den Rangerhäuschen bei der Einfahrt in den Park – bei uns war dort jedoch niemand vor Ort.

Am späten Nachmittag erledigten wir noch ein paar Einkäufe und fuhren dann zu unserem Campground etwas außerhalb von Jasper. Auch dieser war stark vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden. Teile der Infrastruktur waren zerstört, viele Bäume mussten gefällt werden. Wo früher dichter Wald stand, waren nun offene Flächen. Doch immerhin wuchs schon wieder Gras, sodass es nicht ganz so trostlos wirkte. Nachdem wir eingecheckt hatten, richteten wir uns auf unserem Platz ein und machten ein Lagerfeuer. Darauf grillten wir unseren frisch gekauften Wildlachs – wow, war der lecker 😋. Leider fing es später an zu regnen, und wir zogen uns in den Camper zurück, wo wir den restlichen Abend gemütlich verbrachten.

Unsere Unterkunft in Jasper

Whistlers Campground

Der Campground ist sehr groß und in mehrere Loops unterteilt, die alle schön angelegt sind. Nach dem Brand wirkt das Gelände allerdings recht offen, da kaum Bäume stehen und somit wenig Schatten vorhanden ist. Dafür bietet sich ein weiter Blick auf die umliegenden Berge. Die Duschhäuser wurden komplett neu aufgebaut und machen einen modernen Eindruck. Es gibt Loops mit und ohne Strom sowie Sites mit Full Hook-up. Wir standen auf Site C41I mit Strom. Jede Site verfügt über einen Picknicktisch und einen Feuerring. Am Eingang befindet sich eine große Dumpstation. Praktisch ist zudem der Shuttlebus, der direkt vom Campground in die Stadt fährt.

Wir haben für eine Nacht 61 CAD bezahlt.

Weitere Infos auf der Website

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