
Kanada 2025 • Tag 19 •
Wanderung am Lake Louise
und am Moraine Lake
Reisedatum 27.07.2025
Lake Louise & Moraine Lake – Highlights & Tipps
Lake Louise und Moraine Lake zählen zu den bekanntesten und meistfotografierten Orten im Banff National Park und gehören zu den absoluten Highlights der kanadischen Rocky Mountains.
Der Lake Louise liegt auf rund 1.750 Metern Höhe und ist bekannt für sein intensiv türkisblaues Wasser, das durch feines Gesteinsmehl aus den Gletschern entsteht. Mit einer Fläche von etwa 90 Hektar gehört er zu den größten Seen der Region. Benannt wurde er nach Prinzessin Louise Caroline Alberta, einer Tochter von Königin Victoria. Umgeben von hohen Bergen und dem mächtigen Victoria-Gletscher bietet der See eine beeindruckende Kulisse. Direkt am Ufer befindet sich das bekannte Luxushotel Fairmont Chateau Lake Louise, das einen eindrucksvollen Blick auf See und Berge bietet. Zahlreiche Wanderwege starten hier, darunter die beliebten Routen zum Lake Agnes Tea House, Little Beehive und Big Beehive.
Etwa 14 Kilometer entfernt liegt der Moraine Lake im malerischen Valley of the Ten Peaks. Er befindet sich auf rund 1.885 Metern Höhe und ist berühmt für sein leuchtend blaues Wasser, dessen Farbton je nach Licht und Jahreszeit variiert. Anders als viele andere Gletscherseen entstand der Moraine Lake nicht durch eine Endmoräne, sondern durch einen gewaltigen Felssturz, der das Gletscherwasser aufstaute. Vom Aussichtspunkt oberhalb des Parkplatzes eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, das lange Zeit die Rückseite des kanadischen 20-Dollar-Scheins zierte.
Die Zufahrtsstraße zum Moraine Lake ist seit 2023 nicht mehr mit privaten Fahrzeugen befahrbar. Man erreicht den See nur noch per Shuttle, Tourbus oder Fahrrad. Die Shuttles von Parks Canada starten am Lake Louise Park-and-Ride (an der Trans-Canada-Highway-Ausfahrt). Eine Reservierung im Voraus über die Website von Parks Canada wird dringend empfohlen, da die Plätze schnell ausgebucht sind.
Am Lake Louise selbst gibt es begrenzte Parkmöglichkeiten, die in der Hochsaison jedoch meist früh belegt sind. Parks Canada bietet daher einen Shuttleservice an, der Lake Louise und Moraine Lake miteinander verbindet – ideal für alle, die beide Seen an einem Tag besuchen möchten.
Ein Teil der Tickets für diese Shuttles ist online über die Website von Parks Canada buchbar. Im April öffnet das Buchungsportal, und rund 40 % der Tickets werden zunächst freigegeben. Hier sollte man sehr schnell sein, denn diese sind meist innerhalb weniger Sekunden vergriffen. Weitere 60 % der Plätze werden zwei Tage vor dem jeweiligen Datum um 8:00 Uhr Mountain Time (16:00 Uhr deutscher Zeit) freigegeben. Auch diese kurzfristigen Tickets sind in der Hauptsaison meist innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Es lohnt sich daher, pünktlich zum Buchungsstart online zu sein und die gewünschte Uhrzeit bereits vorab auszuwählen. Die Buchung erfolgt über die offizielle Seite Parks Canada Reservations. Private Shuttleanbieter verkaufen teilweise auch spontane Tickets vor Ort, diese sind jedoch deutlich teurer. Da die Region besonders beliebt ist, empfiehlt sich ein Besuch früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um den Besucherandrang zu vermeiden. Die Zufahrtsstraßen sind in der Regel von Ende Mai bis Anfang Oktober geöffnet, abhängig von Wetter und Schneelage.
Mehr Informationen über Lake Louise und Moraine Lake findest du auf der offiziellen Seite von Parks Canada. Informationen zum Shuttlebus gibt es hier.
Heute Morgen standen wir wieder etwas früher auf, da ich vor zwei Tagen Tickets für den Lake Louise und den Moraine Lake ergattert hatte. Nach dem Frühstück bereiteten wir uns noch eine kleine Verpflegung für die Wanderung vor und bei sonnigem Wetter und nur leichter Bewölkung machten wir uns dann auf den Weg. Wir verließen den Campground und fuhren zum großen Parkplatz des Lake Louise Skigebiets. Von hier aus starteten die Shuttlebusse zum Lake Louise und zum Moraine Lake. Das Fahrzeug kann man gratis auf dem großen Parkplatz abstellen und so ganz entspannt und ohne Stress zu den Seen gelangen.
Wir hatten Glück und fanden direkt an der Einfahrt einen Platz. Wer erst am Nachmittag ein Ticket hat, muss in der Regel ganz hinten parken. Unser Zeitslot, den ich bei der Buchung ausgewählt hatte, war zwischen 10:00 und 11:00 Uhr. Da wir etwas zu früh dran waren, gingen wir noch ins Lake Louise Mountain Resort und tranken dort gemütlich einen Kaffee. Pünktlich um 10:00 Uhr standen wir dann am Shuttlebus und konnten auch gleich einsteigen. Die Fahrt dauerte etwa 15 Minuten, und schon kurze Zeit später erreichten wir den Lake Louise. Von der Bushaltestelle bis zum See waren es nur wenige Meter, und dann eröffnete sich der wunderbare Blick auf den türkisblauen Gletschersee mit dem umliegenden Bergpanorama.
Wie alle bekannten Highlights im Westen Kanadas war auch der Lake Louise sehr von Touristen überlaufen. Wer hier wirklich Ruhe oder ein freies Plätzchen am Ufer haben möchte, muss vermutlich vor 7:00 Uhr am See sein, bevor die ersten Shuttle- und Reisebusse ankommen. Wir hielten uns nur kurz am Ufer auf, machten ein paar Fotos und setzten dann unseren Plan um, eine größere Wanderung zu unternehmen.
Schnell machten wir uns auf den Weg und entkamen nach wenigen Minuten dem größten Trubel. Unsere Wanderung führte uns zunächst ein Stück am See entlang und nach einigen hundert Metern gabelte sich der Weg. Links verlief der Lakeshore Trail, der einmal rund um den See führt, rechts begann der Weg mit leichtem Anstieg in den Wald – der Start des Lake Agnes Trails, der zum Tea House und zum Little Beehive hinaufführt.
Wir wanderten Stück für Stück den Trail hinauf. Nach einem längeren Waldabschnitt konnten wir endlich wieder den Lake Louise sehen, der jedoch meist von dichten Bäumen verdeckt war. Hier oben reflektierte das Wasser bereits das Sonnenlicht in seinem typischen Türkisblau. Nach etwa 45 Minuten und rund 250 Höhenmetern erreichten wir den Mirror Lake. Er liegt auf etwa 2.020 Metern Höhe direkt unter dem markanten Gipfel des Big Beehive. Zwar spiegelte sich nichts mehr im Wasser, aber der kleine See lag wunderschön eingebettet in die Berglandschaft.

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, wanderten wir weiter. Wir hielten uns rechts am See und stiegen weiter bergauf. Nach einigen steilen Kurven erreichten wir nach etwa 15 Minuten eine Weggabelung. Geradeaus führte der Lake Agnes Trail direkt zum Lake Agnes, wir bogen jedoch rechts ab, um zunächst zum Little Beehive zu gehen. Mit zunehmender Höhe wurde der Blick ins Tal immer beeindruckender, und nach der Durchquerung eines weiteren Waldstücks kamen wir nach etwa 30 Minuten auf der großen Plattform des Little Beehive auf 2.225 Metern an.
Von hier hatten wir eine atemberaubende Aussicht in Richtung Südosten und ins Bow Valley. Direkt unter uns lag der Lake Louise, der in seiner berühmten Farbe leuchtete – am Fuße des mächtigen Fairview Mountain. Was für ein spektakulärer Anblick! Von hier oben wirkte die Farbe des Sees fast surreal. Wir genossen den Moment und legten eine ausgiebige Fotopause ein, bevor wir den gleichen Weg wieder zurück gingen und zum Lake Agnes Tea House abstiegen.

Der Abstieg ging schnell, und nach nicht einmal 30 Minuten standen wir am idyllisch gelegenen Lake Agnes. Das kleine Teehaus liegt direkt am Ufer des Bergsees, und auch hier war wieder einiges los. Allein ist man hier kaum und es ist schon unglaublich, wie viele Menschen diesen Weg hinaufpilgern. Wir genossen den Blick auf den See und die umliegenden Berge, machten einige Fotos und wanderten dann weiter.
Am Ende des Sees begann der steile Aufstieg zum Big Beehive. Über viele Serpentinen ging es nochmals rund 135 Höhenmeter nach oben. Der Weg war an manchen Stellen schmal, und wer unter Höhenangst litt, hatte hier sicher seine Mühe. Doch der Ausblick von ganz oben auf den türkisfarbenen Lake Louise war einfach unbezahlbar. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen, genossen unser mitgebrachtes Essen und die fantastische Aussicht.

Frisch gestärkt packten wir alles zusammen und machten uns auf den Rückweg. Vom Aussichtspunkt am Big Beehive führte der Weg auf der Rückseite weiter. Der schmale Trail verlief leicht abwärts durch dichten Wald, und wir hatten immer wieder tolle Blicke in die umliegenden Täler. Teilweise waren wir hier ganz allein, nur ab und zu begegneten uns andere Wanderer. Über den Big Beehive Trail gelangten wir schließlich auf den Highline Trail, der in angenehmem Auf und Ab am Hang entlangführte. Nach einer Weile erreichten wir wieder den Abzweig am Mirror Lake, von wo es auf bekanntem Weg bergab zurück zum Lake Louise ging. Der Abstieg zog sich noch einmal ganz schön in die Länge, und ich war froh, endlich wieder am See zu sein.

Mit dem Connector-Shuttle, das in unserem Ticket enthalten war, fuhren wir anschließend weiter zum Moraine Lake. Zum Glück mussten wir nicht lange auf den Bus warten. Die Straße schlängelte sich rund 14 Kilometer durchs Tal hinauf, und nach knapp 20 Minuten erreichten wir den Parkplatz am See.
Rund um den Moraine Lake gibt es mehrere Wanderwege, und man kann auch ein Kanu mieten und über den See paddeln. Da es jedoch schon spät war und dunkle Wolken aufzogen, entschieden wir uns für den Rockpile Trail, der direkt am Parkplatz begann. Über Treppen und einen gut ausgebauten Pfad erreichten wir nach wenigen Minuten den kleinen Hügel. Von oben hatten wir dann den berühmten Blick auf den Moraine Lake mit den Ten Peaks im Hintergrund – ein absolutes Postkartenmotiv. Erst von hier oben sah man, wie intensiv blau der See leuchtete. Wow, war das schön! Ich war völlig begeistert und fragte mich, wie es wohl erst bei Sonnenschein aussehen würde. Natürlich machte ich unzählige Fotos, doch dann zog leider ein Gewitter heran, und wir liefen rasch zum Shuttle zurück. Zum Glück gab es dort Zelte, unter denen man warten konnte, bis der Bus kam, sodass wir nicht völlig durchnässt wurden.
Leider wollten viele Besucher gleichzeitig zurück, und so mussten wir eine Weile warten. Schließlich brachte uns der Shuttle wieder zum Parkplatz des Lake Louise Skigebiets. Dort gingen wir noch einmal in die Skistation und tranken einen Kaffee, bevor wir zum Camper zurückliefen.

Unsere Fahrt ging weiter in Richtung Banff, wo ich für die nächsten drei Nächte einen Campground gebucht hatte. Über den Trans-Canada Highway 1 waren wir nach etwa 45 Minuten in Banff und unseren Campground. Nachdem wir eingecheckt hatten, fuhren wir direkt zu unserer Site. Hier bereiteten wir das Abendessen vor, denn es war inzwischen recht spät geworden. Da es kühl war, konnten wir leider nicht draußen sitzen und machten es uns im Camper gemütlich.

Unsere Unterkunft in Banff
Tunnel Mountain Village II Campground
Der Campground liegt nur wenige Kilometer außerhalb von Banff, ist terrassenförmig angelegt und bietet viele Stellplätze mit schönem Blick auf die umliegenden Berge. Die Zufahrt ist asphaltiert und auch für größere Wohnmobile problemlos möglich. Die Stellplätze selbst sind meist eben, teils geteert, teils geschottert und durch kleine Grasstreifen voneinander getrennt.
Jede Site verfügt über einen Picknicktisch, viele auch über einen Feuerring – unsere Site C41 hatte allerdings keinen. Stromanschlüsse sind ebenfalls vorhanden, es gibt auch Toiletten und Duschen, die wir jedoch nicht genutzt haben. Außerdem gibt es mehrere Trinkwasserstationen, eine Dumpstation sowie einen Feuerholzverkauf direkt auf dem Platz. Praktisch ist auch der Shuttlebus, der regelmäßig ins Zentrum von Banff fährt.
Wir haben pro Nacht 47,5 CAD bezahlt.
Weitere Infos auf der Website





















