
Neuseeland 2026 • Tag 6 •
Unser Roadtrip startet und
es geht zum Lake Tekapo
Reisedatum 18.02.2026
Yeah, es regnete nicht mehr! Zwar war es noch bewölkt, aber der Regen hatte zum Glück aufgehört. Wir frühstückten gemütlich und packten anschließend alles zusammen, denn heute sollte unser Roadtrip endlich richtig losgehen. Durch den vielen Regen der vergangenen zwei Tage hatten wir leider nicht allzu viel von Christchurch gesehen. Da wir für den nächsten Tag aber bereits einen Campground am Aoraki / Mount Cook gebucht hatten, konnten wir auch nicht länger bleiben. Schade, aber vielleicht habe ich ja irgendwann noch einmal die Gelegenheit, hierher zu kommen.
Bevor wir den Campground verließen, entsorgten wir noch unser Abwasser und füllten Frischwasser auf. Die nächsten Tage wollten wir überwiegend auf einfachen Campgrounds übernachten, auf denen es oft keine oder nur sehr eingeschränkte Sanitäranlagen gab. Unser Ziel für heute war der Lake Tekapo und weil wir nicht über die Hauptstraße fahren wollten, entschieden wir uns für die deutlich ruhigere Inland Scenic Route.
Wir verließen Christchurch über die State Highways 73 und 77 und fuhren durch die weiten Ebenen der Canterbury Plains. Die Region ist nur dünn besiedelt und die Landschaft wird von riesigen Feldern, Milchviehbetrieben und Schafweiden geprägt. Wusstest du, dass Neuseeland nur rund fünf Millionen Einwohner, aber etwa 25 Millionen Schafe hat? Gerade in der Region Canterbury begegnet man ihnen wirklich überall.

Mit jedem Kilometer den wir fuhren, wurden die Ausläufer der Südalpen deutlicher sichtbar und steigerten die Vorfreude auf die kommenden Tage rund um den Mount Cook. Ein erstes Highlight entlang der Strecke war die Rakaia Gorge. Bereits von der Straße aus hatten wir einen schönen Blick auf den Fluss. Der Rakaia River entspringt in den Südalpen und mündet rund 50 Kilometer südlich von Christchurch in den Pazifischen Ozean. Mit einer Länge von etwa 150 Kilometern zählt er zu den größten Flüssen Neuseelands. Normalerweise fließt er durch breite Kiesbetten, doch hier wird er durch die rund sieben Kilometer lange Schlucht der Rakaia Gorge gezwungen.
Wir hatten Glück und ergatterten auf dem Rastplatz vor der Brücke noch einen freien Parkplatz. Von dort liefen wir zuerst hinunter zum Fluss. Einige Besucher waren sogar mit ihren Fahrzeugen direkt ans Wasser gefahren, das hätte ich mich mit dem Camper niemals getraut. Anschließend spazierten wir noch zu den beiden Brücken. Von dort hatten wir einen fantastischen Blick auf das milchig-blaue Gletscherwasser und die beeindruckende Schlucht. Danach ging es zurück zum Camper und wir setzten unsere Fahrt fort. Wenig später kamen wir noch an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, an dem wir ebenfalls einen kurzen Stopp einlegten. Nachdem ich auch hier wieder einige Fotos gemacht hatte, fuhren wir weiter.

Hinter der Schlucht wechselten wir allmählich ins Mackenzie Basin. Die Landschaft wurde zunehmend trockener und hügeliger. Statt grüner Weiden dominierten nun weite Grasflächen, Schafe und große Getreidefelder das Bild. Das Mackenzie Basin ist eine der größten Hochebenen Neuseelands und bekannt für seine weiten Tussock-Graslandschaften, die typisch für diese Region der Südinsel sind.
Kurz vor Geraldine wechselten wir auf den State Highway 79 und legten in Geraldine eine Kaffeepause im Barker’s Foodstore & Eatery ein, über das ich zuvor in einem anderen Reisebericht gelesen hatte. Dort gibt es eine große Auswahl an süßen Leckereien, aber auch herzhafte Spezialitäten wie die in Neuseeland sehr beliebten Pies. Da das Wetter inzwischen herrlich war, saßen wir im Garten und genossen unser leckeres Essen. Wenn ihr einmal durch Geraldine kommt, kann ich euch das Barker’s auf jeden Fall empfehlen.
Anschließend ging es noch direkt gegenüber zur Geraldine Cheese Company. Die kleine Käserei ist für ihre handgemachten Käsesorten bekannt und durch eine große Scheibe konnten wir dabei zuschauen, wie gerade Käse hergestellt wurde. Außerdem gibt es die Möglichkeit, verschiedene Sorten zu probieren. Natürlich ließen wir uns das nicht entgehen und nahmen anschließend gleich noch etwas Käse für die nächsten Tage mit. Nach unserem Stopp in Geraldine führte uns der State Highway 79 über Fairlie und den Burkes Pass schließlich weiter zum Lake Tekapo.
Unser Fazit zur Inland Scenic Route: Die Strecke ist zwar gut eine halbe Stunde länger, doch der Umweg lohnt sich auf jeden Fall. Außerdem geht es im Vergleich zum stark befahrenen State Highway 1 auf dieser Route deutlich entspannter zu. Insgesamt solltest du von Christchurch aus mindestens vier Stunden für die Fahrt einplanen, wenn du unterwegs ein paar Zwischenstopps wie wir machen möchtest.

Da es inzwischen schon später Nachmittag war und wir noch keinen Platz für die Nacht hatten, fuhren wir direkt zum Lake McGregor, der unmittelbar neben dem Lake Tekapo liegt. Dort gibt es eine einfache Campervan Site und wir fanden sogar noch einen schönen Stellplatz. Die Anmeldung funktioniert ganz unkompliziert: Man registriert sich selbst, legt die Gebühr in einen Umschlag und wirft diesen anschließend in eine Box.
Da das Sonnenlicht gerade besonders schön war, fuhren wir noch einmal ein Stück Richtung Lake Tekapo, um den See zu fotografieren. Das sah mit dem türkisfarbenen Wasser und den hellgelben Gräsern einfach traumhaft aus. Genau diese Farben machen die Region rund um den Lake Tekapo so besonders.

Anschließend ging es zurück zur Campervan Site. Wir holten unsere Stühle heraus und setzten uns noch eine Weile an den See. Langsam meldete sich der Hunger, und wir bereiteten unser Abendessen zu. Zum ersten Mal konnten wir sogar draußen kochen und essen.
Am Abend wurden wir noch mit einem wunderschönen Himmel belohnt. Die tief stehende Sonne ließ die Wolken in kräftigen Orange- und Goldtönen leuchten, was für eine ganz besondere Stimmung sorgte. Es war herrlich anzusehen. Leider wurde es später ziemlich windig und spürbar kühler. Deshalb zogen wir uns in den Camper zurück und verbrachten den restlichen Abend gemütlich mit Lesen und dem Schreiben meines Reiseberichts.

Unsere Unterkunft am Lake McGregor
Lake Mc Gregor Campervan Site
Der Campingplatz am Lake McGregor ist ein einfacher, aber sehr schön gelegener Campground nur wenige Kilometer vom Lake Tekapo entfernt. Die Stellplätze befinden sich auf einer geschotterten Fläche direkt am See und bieten einen schönen Blick auf das Wasser und die umliegende Landschaft. Für Zelte ist der Untergrund allerdings nur bedingt geeignet. Die Ausstattung beschränkt sich auf zwei einfache Toiletten, weitere Einrichtungen wie Duschen, Strom oder eine Küche gibt es nicht. Dafür überzeugt der Platz mit seiner ruhigen Lage abseits des Trubels von Lake Tekapo. Besonders bei klarem Himmel ist die Atmosphäre am Abend beeindruckend und der Platz eignet sich hervorragend, um die Sterne des berühmten Dark Sky Reserves zu beobachten.
Wir haben für die Nacht 15 NZD pro Person gezahlt.





















