
Neuseeland 2026 • Tag 8 •
Hooker Valley Track, Red Tarns
und Kea Point
Reisedatum 20.02.2026
In der Nacht regnete es immer wieder und der Wind war zeitweise so stark, dass unser Camper ganz schön wackelte. Als wir aufstanden, regnete es zwar noch, aber man konnte bereits erkennen, wie sich die Sonne langsam ihren Weg durch die Wolken bahnte. Wir frühstückten erst einmal ganz in Ruhe und gegen später hörte es dann tatsächlich auf zu regnen. Nach und nach kam die Sonne zum Vorschein und das wollten wir natürlich sofort ausnutzen. Also machten wir uns gleich für die Wanderung fertig. Draußen war es allerdings deutlich kühler als am Vortag. Deshalb entschieden wir uns heute für den Zwiebellook und zogen gleich drei Kleidungsschichten an, bevor es losging.
Unser erstes Ziel heute war der Hooker Valley Track. Er zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Wanderungen im Aoraki / Mount Cook National Park und gehört für viele Besucher einfach zu einem Aufenthalt im Nationalpark dazu. Da der Weg technisch einfach und auch für Familien gut geeignet ist, ist hier vor allem in der Hauptsaison entsprechend viel los.
Hooker Valley Track
Strecke: ca. 9 km (Hin- und Rückweg)
Dauer: ca. 3 Std.
Höhenmeter: 197 m
Schwierigkeit: leichte Wanderung, auch für Familien geeignet
Startpunkt: White Horse Hill Campground/Carpark am Ende der Hooker Valley Road
Highlight: Wanderung über drei Hängebrücken, schöner Blick auf den Aoraki/Mount Cook, mit 3724 Metern der höchste Berg Neuseelands
Weitere Infos: Offizielle DOC-Website
Tipp: Sei möglichst früh am Startpunkt der Wanderung, damit du noch einen Parkplatz bekommst. Der Parkplatz ist oft schon am Vormittag komplett belegt und dann bleibt meist nur noch das Parken entlang der Straße. Mit einem Camper kann das allerdings schwierig werden. Alternativ kannst du direkt auf dem White Horse Hill Campground übernachten und die Wanderung bequem von dort starten.
Von unserem Campground ging es direkt los und wir folgten dem gut ausgebauten Wanderweg. Schon nach ein paar hundert Metern machten wir einen kleinen Abstecher nach links zum Alpine Memorial. Das Denkmal erinnert an die Bergsteiger, die im Laufe der Jahre im Aoraki / Mount Cook National Park ums Leben gekommen sind. Von hier aus hat man außerdem einen herrlichen Ausblick auf die alpine Bergwelt.
Zurück auf dem Hauptweg ging es weiter durch das Hooker Valley in Richtung Aoraki / Mount Cook. Der Weg war hervorragend ausgebaut, sodass es praktisch unmöglich war, sich zu verlaufen. Schon nach wenigen Minuten gab es die ersten spektakulären Ausblicke ins Hooker Valley und die Vorfreude auf die nächsten Kilometer wurde immer größer.

Wenig später erreichten wir den Mueller Lake Lookout. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf den Mueller Lake und den dahinter aufragenden Mount Sefton. Auch die erste Hängebrücke über den Hooker River konnten wir bereits erkennen. Über mehrere Stufen ging es hinunter zur Brücke. Beim Überqueren war es stellenweise so windig, dass wir sogar unsere Mützen aufsetzten, weil es richtig kalt wurde. Trotz des starken Windes machte ich wieder unzählige Fotos, denn die Aussicht war einfach traumhaft.
Nachdem wir den Hooker River überquert hatten, führte der Weg weiter durch die weiten Graslandschaften des Hooker Valley. Dabei hatten wir ständig beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel des Aoraki / Mount Cook National Parks. Leider war der Track bei unserem Besuch ab der zweiten Hängebrücke gesperrt, da diese ersetzt wird. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2026 geplant. Normalerweise führt die Wanderung noch weiter bis zum Hooker Lake und endet dort mit einem beeindruckenden Blick auf den Aoraki / Mount Cook.
Wir liefen deshalb noch bis zum Lookout auf den Mount Sefton. Von dort hatten wir noch einmal einen wunderschönen Blick auf den Mueller Lake. Während ich wieder viel zu viele Fotos machte, saß Tom ganz entspannt auf einer Bank und genoss einfach die Aussicht. Am liebsten wären wir noch etwas länger geblieben, aber die ersten dunklen Wolken kündigten bereits den nächsten Regenschauer an. Deshalb machten wir uns langsam wieder auf den Rückweg.

Obwohl die Wanderung auf demselben Weg zurückführt, wirken die Ausblicke völlig unterschiedlich und fast wie bei einer Rundwanderung. Auf dem Hinweg richtet sich der Blick hauptsächlich auf die beeindruckende Bergwelt. Auf dem Rückweg öffnet sich dagegen die weite Ebene Richtung Lake Pukaki mit ihren typisch goldgrünen Tussock-Gräsern. Dadurch entdeckten wir die Landschaft noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive.
Auch wenn der Track bei unserem Besuch bereits ab der zweiten Hängebrücke gesperrt war, lohnte sich die Wanderung bis hierher auf jeden Fall. Die Kombination aus Gletscherfluss, weiten Tälern, schwingende Hängebrücke und der beeindruckenden Bergkulisse machte den Hooker Valley Track für uns zu einem echten Highlight.

Kaum waren wir wieder am Camper angekommen, fing es erneut an zu regnen. Da hatten wir mit unserer Wanderung wirklich großes Glück gehabt.
Wir aßen erst einmal eine Kleinigkeit und als das Wetter später wieder besser wurde, liefen wir vom Campground aus zum Aoraki / Mount Cook Village. Parallel zur Straße verläuft ein schöner Fußweg, der direkt ins Village führt. Von dort aus wollten wir noch den Red Tarns Track in Angriff nehmen, der ebenfalls dort startet.
Red Tarns Track
Strecke: ca. 4 km (Hin- und Rückweg)
Dauer: 1,5 bis 2 Std.
Höhenmeter: ca. 300 m
Schwierigkeit: mittelschwere Wanderung
Startpunkt: Mt. Cook Village Public Shelter
Highlight: Die kleinen, rötlich gefärbten Bergseen ("Red Tarns"), Panorama auf den Aoraki/Mount Cook, die Südalpen und das Hooker Valley
Weitere Infos: Offizielle DOC-Website
Der Red Tarns Track gehört zu den schönsten kurzen Wanderungen im Aoraki / Mount Cook National Park und beginnt direkt am Parkplatz des Public Shelters. Achtung: Nehmt nicht aus Versehen den Governors Bush Track, denn dieser verlängert die Strecke um gut einen Kilometer und rund 100 Höhenmeter. Spart euch lieber die Kräfte, die könnt ihr später noch gut gebrauchen.
Der gut markierte Weg führte uns zunächst leicht bergab bis zu einer Brücke über den Black Birch Stream. Von dort ging es dann über zahlreiche Stufen steil nach oben. Der Aufstieg war ganz schön anstrengend und wir kamen ordentlich ins Schwitzen. Wer den Aussichtspunkt erreichen möchte, muss eben rund 300 Höhenmeter auf knapp einem Kilometer Strecke in Kauf nehmen.
Schon nach kurzer Zeit hatten wir immer wieder schöne Ausblicke auf das Aoraki / Mount Cook Village und das weite Tal. Je höher wir kamen, desto beeindruckender wurde die Aussicht. Leider fing es zwischendurch leicht an zu regnen, aber wir hofften einfach, dass es nur ein kurzer Schauer sein würde.
Über unzählige Stufen führte der Weg weiter am Berghang entlang nach oben. Manche Stufen waren ziemlich hoch und ungleichmäßig, sodass der Aufstieg mit der Zeit immer anstrengender wurde und unsere Pausen immer länger ausfielen. Zum Glück hörte der Regen bald wieder auf und die Sonne kämpfte sich erneut durch die Wolken. Das motivierte uns gleich noch einmal zusätzlich.

Nach knapp einer Stunde hatten wir es schließlich geschafft und erreichten die Red Tarns. Die kleinen Bergseen verdanken ihren Namen den rötlichen Wasserpflanzen, die im flachen Wasser wachsen und den Tümpeln bei ruhigem Wetter einen leicht roten Schimmer verleihen.
Von einer perfekt platzierten Bank, die wir natürlich sofort in Beschlag nahmen, hatten wir einen herrlichen Panoramablick auf das Aoraki / Mount Cook Village und das Hooker Valley. Leider zeigte sich der Aoraki / Mount Cook nicht in seiner ganzen Pracht, denn um den Gipfel hingen immer wieder dichte Wolken. Trotzdem war die Aussicht beeindruckend und wir genossen erst einmal die wohlverdiente Pause.
Inzwischen schien wieder die Sonne und innerhalb weniger Minuten wurde es richtig warm. Wir konnten sogar unsere Jacken ausziehen. Die Sonne ist hier in Neuseeland deutlich intensiver als bei uns und gerade in den Bergen sollte man die UV-Strahlung nicht unterschätzen. Deshalb cremten wir uns direkt mit Sonnencreme ein, denn einen Sonnenbrand holt man sich hier schneller, als man denkt.
Bevor wir den Rückweg antraten, liefen wir noch die kleine Runde um die Red Tarns. Natürlich musste ich auch hier wieder unzählige Fotos machen, denn egal in welche Richtung man schaute, bot sich ein neues Fotomotiv. Anschließend ging es auf demselben Weg wieder zurück. Ich weiß bis heute nicht, was anstrengender ist – die vielen Stufen bergauf oder bergab zu laufen. Für meine Knie war der Abstieg auf jeden Fall eine ordentliche Belastung.

Zurück im Village liefen wir wieder in Richtung Campground. Unterwegs kamen wir an einer Abzweigung vorbei, die zum Kea Point Track führte. Da wir noch genügend Zeit hatten und das Wetter immer noch mitspielte, beschlossen wir spontan, auch diese Wanderung noch dranzuhängen.
Kea Point Track
Strecke: ca. 3 km (Hin- und Rückweg)
Dauer: ca. 1 Std.
Höhenmeter: ca. 100 m
Schwierigkeit: leichte Wanderung
Startpunkt: White Horse Hill Campground / White Horse Hill Car Park
Highlight: Aussicht auf den Mueller Glacier, den Gletschersee, den Mount Cook und den markanten Mount Sefton
Weitere Infos: Offizielle DOC-Website
Der gut ausgebaute Wanderweg führte uns zunächst durch offenes Buschland und anschließend über mehrere kleine Holzstege bis zur Aussichtsplattform am Kea Point. Von dort hatten wir noch einmal einen herrlichen Blick auf den Mount Sefton, den Aoraki / Mount Cook, die Moränenwand des Mueller Lake und den Mueller Lake selbst. Wir blieben noch eine Weile stehen und genossen die beeindruckende Bergkulisse, bevor wir uns schließlich wieder auf den Rückweg machten.
Auf demselben Weg ging es zurück zum Camper. Langsam wurde es auch deutlich kühler, denn die Sonne verschwand nach und nach hinter den Bergen. Außerdem freute ich mich inzwischen darauf, endlich die Wanderstiefel auszuziehen und eine heiße Dusche zu nehmen. Zum Abschluss des Tages kochten wir uns noch etwas Leckeres und ließen den Abend gemütlich im Camper ausklingen.






















