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Weites Tasman Valley mit schroffen Bergketten und Flussbett im Aoraki Mount Cook Nationalpark in Neuseeland

Neuseeland 2026 • Tag 9 •

Vom Mount Cook über den

Lindis Pass zum Coronet Peak


Reisedatum 21.02.2026

Tasman Glacier – Neuseelands größter Gletscher im Wandel

 

Der Tasman Glacier liegt im Aoraki/Mount Cook National Park und ist mit rund 27 Kilometern Länge der größte und längste Gletscher Neuseelands. Er entspringt in den Südalpen und wird von mehreren Gletschern gespeist, bevor sein Schmelzwasser über den Tasman River in den Lake Pukaki fließt.

 

Anders als viele Gletscher, die man von Bildern kennt, ist der Tasman Glacier größtenteils von Geröll und Gestein bedeckt. Diese Moränenschicht schützt das darunterliegende Eis teilweise vor dem Schmelzen, verdeckt jedoch gleichzeitig das typische weiße Gletschereis. Am Ende des Gletschers liegt der Tasman Lake, ein Gletschersee, der durch das Abschmelzen des Eises entstanden ist. Seine milchig-graue Farbe entsteht durch feinste Gesteinspartikel, die vom Gletscher ins Wasser gespült werden.

 

Wie viele Gletscher weltweit zieht sich auch der Tasman Glacier seit Jahrzehnten deutlich zurück. Dadurch wächst der Tasman Lake kontinuierlich weiter und ist heute bereits mehrere Kilometer lang. Immer wieder treiben kleine Eisberge auf dem See und machen die Auswirkungen des Klimawandels eindrucksvoll sichtbar.

 

Vom Tasman Glacier Viewpoint bietet sich ein schöner Blick auf den Gletscher, den See und die umliegende Bergwelt. Erwartet jedoch keinen schneeweißen Gletscher wie auf einer Postkarte. Gerade der Kontrast zwischen dem von Geröll bedeckten Eis, den schwimmenden Eisbergen und den schroffen Gipfeln der Südalpen macht diesen Ort zu einem ganz besonderen Ausflugsziel. 

Heute schliefen wir recht lange und frühstückten anschließend ganz in Ruhe. Danach planten wir die nächsten Tage, denn nach Queenstown, unserem nächsten Ziel, wollten wir weiter Richtung Te Anau und zum Milford Sound fahren. Da der Milford Sound von Te Anau aus etwa zwei Stunden entfernt liegt, wollten wir einen der kleinen Campgrounds entlang der Milford Road buchen. So mussten wir später nicht jeden Tag die gesamte Strecke hin und zurück fahren. Zum Glück klappte die Reservierung problemlos und damit waren auch die nächsten Tage grob geplant.

 

Anschließend packten wir alles zusammen, denn bevor es Richtung Queenstown ging, wollten wir noch ins Tasman Valley fahren und dort eine kleine Wanderung unternehmen. Es war noch leicht bewölkt und recht kühl, aber langsam kam auch die Sonne zum Vorschein.

 

Vom Campground aus fuhren wir über die Hooker Valley Road Richtung Mount Cook Village und von dort weiter auf die Mount Cook Road. Kurz darauf bogen wir in die Tasman Valley Road ab. Die rund sieben Kilometer lange asphaltierte Straße verläuft parallel zum Tasman River und führt bis zum Tasman Glacier Car Park. Der Parkplatz dort ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen, unter anderem zum Tasman Glacier View, zu den Blue Lakes, zum Tasman Lake und zum Tasman River. Wir hatten Glück und ergatterten noch einen freien Stellplatz, denn besonders groß ist der Parkplatz nicht. Alternativ kann man aber auch entlang der Zufahrtsstraße parken.

Tasman Glacier View Track & Tasman Lake Track

Strecke: ca. 4 km (Hin- und Rückweg, beide Tracks kombiniert)

Dauer: ca. 1–1,5 Stunden (beide Tracks zusammen)

Höhenmeter: ca. 120 m

Schwierigkeit: Leicht

Startpunkt: Tasman Glacier Car Park

Untergrund: Schotterwege, Treppen und Holzstege

Highlights: Tasman Glacier, Tasman Lake mit Eisbergen, Aussichtspunkt über den Gletscher, Panorama auf Aoraki/Mount Cook und die Southern Alps

Weitere Infos: Offizielle DOC-Seite – Tasman Glacier View Track | Tasman Lake Track

 

Tipp: Beide kurzen Wanderungen starten am selben Parkplatz und lassen sich ideal miteinander verbinden. Plane anschließend noch Zeit am Ufer des Tasman Lake ein. Mit etwas Glück treiben Eisberge auf dem See.

Vom Parkplatz aus führte uns ein kurzer, aber teils steiler Weg über mehrere Stufen hinauf zum Aussichtspunkt. Schon auf dem Weg nach oben hatten wir einen schönen Blick auf die Blue Lakes, von denen heute allerdings nicht mehr viel übrig ist. Durch überlaufendes Gletscherwasser bildeten sich hier vor langer Zeit mehrere kleine, eisblaue Seen. Inzwischen schafft es das Gletscherwasser jedoch kaum noch bis hierher. Daher sind die Becken mittlerweile mit normalem Regenwasser gefüllt. Dieses ist deutlich wärmer und ein Paradies für Algen. So sind aus den einst leuchtend blauen Seen heute eher grüne Tümpel geworden. Das sich verändernde Klima hat hier bereits deutliche Spuren hinterlassen.

Die Wanderung führte uns weiter hinauf zu einem Aussichtspunkt auf einem Moränenwall. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf den Tasman Glacier, den Tasman Lake und die beeindruckende Bergwelt ringsum. In die andere Richtung konnten wir weit durch das Tal bis zum Lake Pukaki blicken. Eine Infotafel mit Bildern zeigte auf erschreckende Weise, wie mächtig die Eisschicht in den 1990er-Jahren noch gewesen war. Es war schon beeindruckend und zugleich erschreckend zu sehen, wie weit sich der Gletscher inzwischen zurückgezogen hatte. Wir blieben noch eine Weile dort oben sitzen und genossen die Aussicht.

Da wir vom Aussichtspunkt aus bereits einige Eisberge im Tasman Lake entdeckt hatten, wollten wir anschließend noch den Tasman Lake Track laufen, um sie aus der Nähe zu betrachten. Zunächst ging es ein Stück auf demselben Weg zurück, bevor der Wanderweg nach links abzweigte und zum Ufer des Tasman Lake führte. Der breite Schotterweg war leicht zu laufen und verlief nahezu eben bis direkt an den See. Nach etwa 15 Minuten erreichten wir unser Ziel.

 

Von dort konnten wir die Eisberge dann aus nächster Nähe sehen. Außerdem hatten wir einen schönen Blick auf den Aoraki / Mount Cook. Über seinem Gipfel hing eine beeindruckende Linsenwolke, auch Lenticularis genannt. Diese besondere Wolkenformation entsteht, wenn starker Wind über die Südalpen strömt und sich in der Höhe stehende Luftwellen bilden. Obwohl die Wolke scheinbar stillsteht, strömt ständig neue Luft hindurch. Es sah wirklich faszinierend aus.

 

Leider war es unten am See extrem windig und wir wurden fast weggeweht. Deshalb beschlossen wir, wieder umzudrehen, und machten uns auf demselben Weg zurück zum Camper.

Wir fuhren anschließend wieder ein Stück Richtung Mount Cook Village, denn wir wollten eine Pause machen und etwas essen. Kurz vor dem Village entdeckten wir einen kleinen Parkplatz mit einem schönen Blick auf die umliegenden Berge. Das Wetter war inzwischen herrlich, allerdings so windig, dass wir nicht draußen sitzen konnten. Deshalb blieben wir im Camper und gönnten uns erst einmal einen Kaffee und etwas Süßes. Solche kleinen Pausen mit dieser Aussicht hätten wir am liebsten noch viel länger genossen.

 

Im Anschluss ging es auf der Mount Cook Road, dem State Highway 80, wieder aus dem Tal hinaus. Die Straße führte entlang des Westufers des Lake Pukaki und während der Fahrt hatten wir immer wieder wunderschöne Panoramablicke auf den türkisfarbenen Gletschersee. Am liebsten hätte ich an jeder Haltebucht angehalten, um Fotos zu machen, so schön war die Landschaft.

Nach etwa 55 Kilometern erreichten wir den Abzweig zum State Highway 8. Dort bogen wir links Richtung Twizel ab und schon nach wenigen Minuten kamen wir im Ort an. Da wir in den nächsten Tagen wieder frei stehen wollten, nutzten wir die öffentliche Dumpstation, um unseren Abwassertank zu leeren und Frischwasser aufzufüllen. Direkt daneben befand sich außerdem eine Tankstelle, sodass wir die Gelegenheit gleich nutzten und den Camper ebenfalls noch volltankten.

 

Von Twizel ging es über den State Highway 8 weiter in südlicher Richtung. Wir fuhren durch das Mackenzie Basin, vorbei an bewirtschafteten Feldern und zahlreichen Weiden mit Kühen. Die Landschaft veränderte sich langsam. Goldgelbe Tussock-Gräser prägten nun das Bild und sanfte Hügel bestimmten die Umgebung.

Wir passierten den kleinen Ort Omarama und von dort stieg die Straße langsam an. Die Landschaft wurde zunehmend karger und die sanften Hügel wichen nach und nach den markanten Bergen des Lindis Pass. Über zahlreiche lang gezogene Kurven ging es hinauf zum Pass, der das Mackenzie Basin mit Central Otago verbindet. Charakteristisch für den Lindis Pass sind die sanft geschwungenen Berghänge, die fast ausschließlich mit Tussock-Gras bewachsen sind. Dieser Anblick gefiel uns richtig gut und es war sofort verständlich, warum der Lindis Pass als eine der schönsten Passlandschaften der Südinsel gilt.

 

Auf der Passhöhe des Lindis Pass, auf rund 971 Metern, hielten wir natürlich am Parkplatz an. Von einem Aussichtspunkt hatten wir einen herrlichen Blick über die hügelige Tussock-Landschaft und die sich durch das Tal schlängelnde Passstraße. Wir blieben noch einen Moment stehen und genossen die Aussicht, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.

Anschließend führte der State Highway 8 auf der Südseite wieder bergab und schon nach wenigen Kilometern veränderte sich die Landschaft erneut. Alles wurde grüner und die Straße verlief ein Stück entlang des Lindis River. Kurz vor Tarras erreichten wir das fruchtbare Weinbaugebiet von Central Otago. Rund um den Ort sahen wir zahlreiche Obstplantagen und Weinberge.

 

Weiter ging es am Lake Dunstan vorbei, einem wunderschönen See, bevor wir in Cromwell auf den New Zealand State Highway 8B und wenige Minuten später auf den State Highway 6, die Kawarau Gorge Road, wechselten. Die Straße verlief nun entlang des Kawarau River und führte uns durch die beeindruckende Kawarau Gorge. Steile Felswände ragten rechts und links der Straße auf, während sich der türkisfarbene Fluss tief unten durch die Schlucht schlängelte. Immer wieder hatten wir tolle Ausblicke auf die enge Schlucht und den Fluss, sodass die Fahrt fast genauso beeindruckend war wie die Wanderungen zuvor.

 

Am Roaring Meg, einem der bekanntesten Aussichtspunkte entlang der Kawarau Gorge, hielten wir an und machten ein paar Fotos. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen schönen Blick auf den türkisfarbenen Kawarau River und das tosende Wasser des Roaring Meg, das mit großer Kraft in den Fluss mündet.

 

Zurück am Camper folgten wir weiterhin dem State Highway 6 in Richtung Queenstown. Die Straße führte noch einige Kilometer durch die Kawarau Gorge, bevor wir das Weinbaugebiet von Gibbston erreichten. Die Region ist für ihre zahlreichen Weingüter und ausgezeichneten Pinot-Noir-Weine bekannt. Viele Weingüter laden hier auch zu Weinverkostungen ein.

 

Kurz vor Queenstown bogen wir dann rechts Richtung Coronet Peak ab. Die gut ausgebaute Bergstraße führte uns in vielen Kurven den Hang hinauf und schließlich erreichten wir das Skigebiet Coronet Peak auf etwa 1.650 Metern Höhe. Im Winter zählt es zu den beliebtesten Skigebieten Neuseelands.

Hier wollten wir am nächsten Tag mit den Mountainbikes unterwegs sein. Tom hatte gelesen, dass man hier oben über Nacht stehen kann. Wir suchten uns einen Platz, allerdings stand kein weiterer Camper dort. Ein bisschen hoffte ich schon, dass uns nachts niemand wegschicken würde. Dafür entschädigte uns die Aussicht sofort. Von hier oben hatten wir einen beeindruckenden Panoramablick über den Lake Wakatipu, Queenstown und die umliegende Bergwelt. Gerade ging die Sonne langsam unter und tauchte die Landschaft in ein wunderschönes Licht. Genau für solche Ausblicke liebten wir unseren Roadtrip.

 

Da es inzwischen schon spät war, kochten wir uns direkt etwas und ließen den Tag anschließend gemütlich ausklingen.

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