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USA Südwesten 2024 • Tag 21 • 
Wanderung Upper Yosemite Falls
Reisedatum 03.07.2024

Über den Yosemite National Park

Der Yosemite National Park, einer der bekanntesten und ältesten Nationalparks der Vereinigten Staaten, wurde am 1. Oktober 1890 gegründet. Damit gehört er zu den ersten Schutzgebieten weltweit, die gezielt eingerichtet wurden, um die beeindruckende Natur dauerhaft zu bewahren. Der Park liegt in Kalifornien in der Sierra Nevada und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 3.081 Quadratkilometern. Berühmt ist er für seine beeindruckende Bergwelt, die zahlreichen Wasserfälle, die Mammutwälder und die glasklaren Bergseen. Kein Wunder also, dass er seit 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört! Er zählt mit  zu den meistbesuchten Nationalparks in den USA und ist ein Highlight auf jeder Kalifornien-Rundreise.

 

Der Eintritt in den Yosemite National Park wird pro Fahrzeug berechnet und beträgt aktuell 35 USD (Stand Juli 2024). Dabei sind alle Insassen inklusive. Motorräder zahlen 30 USD, Fußgänger und Fahrradfahrer 20 USD. Falls du den America the Beautiful Pass besitzt, ist dieser ebenfalls gültig, aber er kann auch direkt am Parkeingang erworben werden.

 

Du kannst den Yosemite National Park das ganze Jahr über besuchen. Die beste Reisezeit hängt jedoch davon ab, was du erleben möchtest.

Willst du möglichst viel vom Park sehen, die Tioga Road befahren und schönes Wetter genießen, ist die Zeit von Juni bis September ideal. Allerdings ist der Sommer auch die Hauptsaison, und der Park ist entsprechend voll. Zudem sind die meisten Wasserfälle bis auf wenige Ausnahmen ausgetrocknet. Wir waren Anfang Juli dort und hatten Glück – einige Wasserfälle führten noch ausreichend Wasser. Wenn du im Frühling kommst, erlebst du die Wasserfälle in ihrer vollen Pracht, da sie vom Schmelzwasser gespeist werden. Allerdings können aufgrund von Schneemengen einige Bereiche des Parks, wie die Tioga Road, noch gesperrt sein. Im Herbst und Winter ist der Park weniger überlaufen, du hast aber eine eingeschränkte Zugänglichkeit zu bestimmten Regionen des Parks, insbesondere bei Schneefall.

 

Im Yosemite und der Umgebung gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Nach meinen Erfahrungen dieses Jahr empfehle ich dir, direkt im Park zu übernachten. Die Preise sind zwar höher als außerhalb, aber die tägliche An- und Abfahrt ist recht zeitaufwendig. Diese Zeit kannst du besser im Park verbringen. Außerdem solltest du besonders an Wochenenden früh genug unterwegs sein, da die Parkplätze begrenzt sind. Im Park selbst gibt es ein kostenloses Shuttlebus-System, das dich bequem zu vielen Startpunkten für Wanderungen bringt. So kannst du dein Auto an der Unterkunft stehen lassen und den Park stressfrei erkunden.

 

Ein kleiner Tipp: Pack genügend Lebensmittel für deinen Aufenthalt ein! Die Preise im Supermarkt vor Ort sind recht hoch, und das Essen in den Food Courts ist oft nicht besonders gut. Mit einer gut gefüllten Kühlbox bist du auf der sicheren Seite und kannst deinen Aufenthalt unbeschwert genießen.

 

Hier findest du noch mehr Infos über den Park

Heute schliefen wir etwas länger, was uns nach den letzten Tagen richtig guttat. Unser Plan heute war es, den Lower und Upper Yosemite Falls Trail zu wandern. Diese Wasserfälle sind nicht nur die höchsten im Yosemite National Park, sondern auch die höchsten in ganz Nordamerika. Beeindruckende 2.425 Fuß (739 Meter) stürzen sie vom Gipfel der Upper Yosemite Falls hinab zu den Lower Falls.

Am Startpunkt des Trails gab es zwar einen großen Parkplatz, aber wir waren uns nicht sicher, ob wir dort einen freien Platz mit dem Camper finden würden. Daher entschieden wir uns, den Shuttle zu nehmen.

 

Im Yosemite National Park verkehrt in den Sommermonaten ein kostenloser Shuttle-Bus im Yosemite Valley. Er verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Haltestellen, darunter den Yosemite Village, Curry Village, das Yosemite Falls Visitor Center sowie verschiedene Trailheads. Die Busse fahren in kurzen Abständen und sind eine praktische Möglichkeit, das Auto stehen zu lassen und die Parkplätze im Valley zu entlasten. In der Hochsaison von Frühling bis Herbst ist der Shuttle besonders nützlich, da Parkplätze schnell knapp werden. Darüber hinaus gibt es saisonale Shuttles zu weiter entfernten Zielen, wie zum Glacier Point oder Tuolumne Meadows (gegen Gebühr). Aktuelle Informationen zu Fahrplänen, Routen und Verfügbarkeiten findest du auf der offiziellen Website des Nationalparks.

 

Da die Shuttle-Stationen bei unserem Campground wegen Bauarbeiten gesperrt waren, liefen wir zum Curry Village, von wo aus die Busse abfuhren. Mit dem Shuttle fuhren wir bis zur Haltestelle 7 und erreichten nach ein paar Metern den Startpunkt des Trails.

Der Wanderweg begann sofort recht steil. Der erste Abschnitt führte uns durch einen schattigen Wald mit sandigem und stellenweise steinigem Boden. Immer wieder mussten wir über größere Steine klettern, was die Wanderung manchmal ziemlich anstrengend machte. Nach einer Meile (1,6 km) und etwa 1.082 Fuß (330 m) Höhenunterschied erreichten wir den Columbia Rock. Von hier konnten wir den Upper Yosemite Fall zwar noch nicht sehen, hatten aber einen wundervollen Blick auf das Yosemite Valley und den Half Dome. Hier machten wir eine kleine Pause, um die Aussicht zu genießen.

Nach dem Columbia Rock folgte ein kurzer, steiler Anstieg, bevor der Weg zunächst ebener und sogar leicht bergab weiterführte. Nach einer Weile erreichten wir einen Aussichtspunkt, von dem aus wir einen atemberaubenden Blick auf den Upper Yosemite Fall hatten. Je nach Jahreszeit könnt ihr hier sogar die Gischt des Wasserfalls spüren.

Der Weg führte uns anschließend durch den Wald und wurde zunehmend steiler. Unzählige Serpentinen über Stock und Stein verlangten uns wirklich einiges ab. Je weiter wir aufstiegen, desto offener wurde das Gelände. Leider hatten wir dadurch auf dem letzten, anspruchsvollsten Abschnitt des Trails keinen Schatten mehr. Wir kämpften uns jedoch weiter nach oben und waren froh, dass wir viel Wasser dabeihatten.

Nach etwa 3,5 Stunden hatten wir es endlich geschafft. Insgesamt lagen nun 2.700 Fuß (823 m) Höhenunterschied hinter uns. Von hier folgten wir dann noch den Wegweisern zum Yosemite Falls Overlook, wo wir mit einem Panoramablick über das gesamte Yosemite Valley belohnt wurden. Allein für diesen Ausblick hatte sich die ganze Anstrengung gelohnt.

Neben dem Overlook gab es noch einen weiteren Aussichtspunkt, den wir uns natürlich auch anschauen wollten. Links vom Panoramapunkt führte ein Weg über Steintreppen zur Mündung des Wasserfalls. Für diejenigen ohne Höhenangst lohnt sich der Abstieg über die schmalen Treppen hinunter zum eigentlichen Aussichtspunkt. Dort konnte man direkt über das Geländer schauen und beobachten, wie die Wassermassen über die Klippe in die Tiefe stürzten. Wir hatten sogar Glück und sahen einen Regenbogen, der sich in der Gischt gebildet hatte.

Nach dem Aufstieg über die Treppen suchten wir uns ein schönes Plätzchen am Ufer des Yosemite Creeks. Hier waren bereits viele andere Wanderer, die es ebenfalls bis nach oben geschafft hatten. Einige Mutige gingen sogar im Creek baden, während wir nur unsere Füße im kalten Wasser kühlten. Nach einer längeren Pause machten wir uns auf den Rückweg.

Der obere Teil des Trails lag nun zum Glück komplett im Schatten. Dennoch war der Abstieg aufgrund der Steigung und des steinigen Untergrunds fast genauso anstrengend wie der Aufstieg. Wir mussten gut aufpassen, wohin wir traten. Vorbei am Upper Fall Viewpoint und dem Columbia Rock näherten wir uns schließlich dem Ende des Trails. Erschöpft, aber glücklich kamen wir wieder am Startpunkt an.

An der Shuttlestation mussten wir nicht lange warten, und der Bus brachte uns direkt zurück zum Campground. Hier ließen wir den Tag entspannt ausklingen und aßen gemütlich zu Abend.

 

Fazit zur Wanderung

Wenn ihr einigermaßen fit seid und euch beim Auf- und Abstieg Zeit lasst, ist die Wanderung zu den Upper Yosemite Falls gut machbar. Allerdings sollte man sie nicht unterschätzen: Wurzeln, Geröll und ein Höhenunterschied von knapp 1.000 Metern machen diese Tour zu einer anspruchsvollen Wanderung – sowohl bergauf als auch bergab. Nehmt unbedingt genügend Wasser, Snacks und Sonnenschutz mit. Für die gesamte Route solltet ihr 6 bis 8 Stunden einplanen, je nachdem, wie oft ihr Pausen macht und wie lange ihr den Ausblick am Gipfel genießen möchtet. Anfängern und Familien mit kleinen Kindern würden wir diese Wanderung eher nicht empfehlen.

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